Familienalltag mit drei Kindern aus Norddeutschland
Schwangerschaft & Geburt

Elternzeit & Elterngeld Guide - Unsere besten Tipps für dich

Bastian und Regina Aktualisiert am 30. Oktober 2026 12 Min. Lesezeit
Unser Elterngeld & Elternzeit-Guide

Bis wir bei Elternzeit, Elterngeld, Basis, Plus, Partnerschaftsbonus und Bemessungszeitraum durchgeblickt hatten, ist einige Zeit vergangen. Beim ersten Kind haben wir ein paar Dinge nicht optimal gemacht, die wir beim zweiten anders angegangen sind.

Deshalb haben wir diesen Elternzeit-und-Elterngeld-Guide geschrieben, damit du schneller durchblickst als wir: bei den Begriffen, bei den Fristen, bei der Aufteilung der Monate und bei der Reihenfolge von der Schwangerschaft bis zur Rückkehr in den Job.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Elternzeit ist die unbezahlte Freistellung vom Job, bis zu drei Jahre pro Kind und Elternteil, mit Kündigungsschutz.
  • Elterngeld ist das Geld dazu, eine Lohnersatzleistung von der Elterngeldstelle, nicht von der Familienkasse.
  • Anmeldung: spätestens sieben Wochen vorher, zwischen 3. und 8. Geburtstag 13 Wochen. Für Kinder ab dem 1. Mai 2025 reicht Textform, also auch eine E-Mail.
  • Einkommensgrenze: bei Geburten seit 1. April 2025 175.000 € zu versteuerndes Einkommen, für Paare und Alleinerziehende.
  • Gleichzeitiger Bezug von Basiselterngeld ist bei Geburten seit April 2024 in der Regel nur noch in einem Lebensmonat möglich.
  • Elterngeldantrag in den ersten drei Lebensmonaten stellen, rückwirkend gibt es höchstens drei Monate.

Was ist Elternzeit?

Elternzeit ist eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit. Du bleibst angestellt, bist weiter kranken- und rentenversichert und genießt einen besonderen Kündigungsschutz.

Pro Kind stehen dir drei Jahre zu, Mutter und Vater jeweils, und ihr dürft auch gleichzeitig in Elternzeit sein. Bis zu 24 Monate davon kannst du dir aufsparen und zwischen dem dritten und achten Geburtstag deines Kindes nehmen, praktisch etwa für die Einschulung. Verteilen darfst du deine Elternzeit auf drei Abschnitte, für weitere braucht es die Zustimmung des Arbeitgebers. Einen dritten Abschnitt zwischen drittem und achtem Geburtstag kann der Arbeitgeber aus dringenden betrieblichen Gründen ablehnen.

Ob es ein leibliches Kind, ein Pflege- oder ein Adoptivkind ist, spielt keine Rolle.

Für die Planung ist wichtig, dass Elternzeit und Elterngeld nicht aneinanderhängen. Du kannst zwei Jahre Elternzeit nehmen und ein Jahr Elterngeld beziehen. Im zweiten Jahr bist du dann weiter freigestellt, aber ohne Geld von der Elterngeldstelle, es sei denn, du streckst das Elterngeld mit ElterngeldPlus.

Wie und bis wann beantrage ich Elternzeit?

Du meldest die Elternzeit bei deinem Arbeitgeber an, spätestens sieben Wochen vor Beginn. Eine Genehmigung brauchst du dafür in der Regel nicht.

Bei der Form kommt es auf das Geburtsdatum deines Kindes an. Für Kinder, die ab dem 1. Mai 2025 geboren sind, reicht Textform (§ 16 BEEG), also eine E-Mail oder ein Brief ohne Unterschrift. Für Kinder, die vorher geboren sind, gilt nach der Übergangsregel in § 28 BEEG weiter die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift auf Papier. Lass dir den Eingang in beiden Fällen bestätigen, damit du die Frist belegen kannst.

Zeitraum der ElternzeitAnmeldefrist
Bis zum 3. Geburtstag7 Wochen vorher
Zwischen 3. und 8. Geburtstag13 Wochen vorher

In der Anmeldung legst du fest, für welche Zeiten innerhalb der nächsten zwei Jahre du Elternzeit nimmst, und damit auch, wann dein erster Arbeitstag wieder ist. Planst du zwei getrennte Abschnitte in dieser Zeit, gehören beide in die erste Anmeldung. Vorzeitig beenden oder verlängern kannst du die Elternzeit grundsätzlich nur mit Zustimmung des Arbeitgebers.

Was ist Elterngeld?

Elterngeld ist eine Lohnersatzleistung. Zuständig ist die Elterngeldstelle deines Bundeslandes, nicht die Familienkasse, die das Kindergeld zahlt. Wer das verwechselt, verliert schnell Wochen.

Die Höhe richtet sich nach deinem Nettoeinkommen in den zwölf Monaten vor der Geburt (bei Selbstständigen: das Kalenderjahr davor).

BasiselterngeldElterngeldPlus
Ersatzrate65–100 % des wegfallenden Nettohöchstens die Hälfte davon
Mindestbetrag300 €150 €
Höchstbetrag1.800 €900 €
Dauer12 Monate (+2 Partnermonate)doppelt so lange
Gut fürvolle AuszeitTeilzeit neben dem Kind

Zusammen bekommt ihr in der Regel 14 Monate Basiselterngeld, ein Elternteil allein höchstens 12. Die beiden zusätzlichen Partnermonate gibt es, wenn sich der zweite Elternteil beteiligt. Wer Elterngeld bezieht, nimmt es für mindestens zwei Lebensmonate.

Zusätzlich gibt es den Partnerschaftsbonus: zwei bis vier weitere ElterngeldPlus-Monate für jeden von euch, wenn ihr beide gleichzeitig zwischen 24 und 32 Wochenstunden arbeitet.

Die 12-Monats-Falle beim Basiselterngeld

Überall ist von zwölf Monaten die Rede. Bei Müttern mit Mutterschaftsgeld sind es meistens zehn.

In den acht Wochen nach der Geburt bekommst du als Mutter Mutterschaftsgeld (13 € pro Tag von der Krankenkasse plus Zuschuss vom Arbeitgeber). Die Elterngeldstelle rechnet diese Zeit auf das Elterngeld an, sie gilt als deine Basiselterngeld-Monate. Die Lebensmonate eins und zwei sind damit praktisch verbraucht.

Rechne also von Anfang an mit zehn ausgezahlten Monaten, nicht mit zwölf. Wir haben das beim ersten Kind erst gemerkt, als der Bescheid kam.

Basis oder Plus – was passt wann?

Basiselterngeld passt, wenn du komplett aussetzen willst. Es ist das höhere monatliche Geld, läuft aber in der Regel nur bis zum 14. Lebensmonat.

ElterngeldPlus passt, wenn du in Teilzeit arbeiten willst. Aus einem Monat Basiselterngeld werden zwei Monate ElterngeldPlus zum halben Betrag. Deinen Zuverdienst rechnet die Elterngeldstelle bei ElterngeldPlus günstiger an als beim Basiselterngeld, bei dem du neben der Arbeit schnell einen großen Teil verlierst.

Beispiel. Dein Basiselterngeld läge bei 1.200 €. Mit ElterngeldPlus bekommst du stattdessen höchstens 600 € im Monat, dafür doppelt so lange.

Arbeiten während der Elternzeit

Bis zu 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt sind erlaubt. Du kannst beim eigenen Arbeitgeber in Teilzeit arbeiten oder, mit dessen Zustimmung, woanders.

Einen Anspruch auf Teilzeit in der Elternzeit hast du, wenn dein Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 Menschen beschäftigt, du seit mehr als sechs Monaten dort bist, die Teilzeit mindestens zwei Monate dauert und zwischen 15 und 32 Wochenstunden liegt. Dringende betriebliche Gründe dürfen nicht dagegen sprechen. Den Antrag stellst du spätestens sieben Wochen vor Beginn, bei Teilzeit zwischen drittem und achtem Geburtstag 13 Wochen vorher.

Die Elterngeldstelle rechnet dein Einkommen auf das Elterngeld an. Bist du selbstständig oder hast du Nebeneinkünfte, zählen auch kleine Einnahmen mit und können zu einer Rückforderung führen, wenn du sie nicht rechtzeitig meldest.

Gleichzeitiger Bezug: die Neuregelung seit April 2024

Für Geburten ab dem 1. April 2024 dürft ihr Basiselterngeld nur noch in einem Lebensmonat gleichzeitig beziehen, und zwar innerhalb der ersten zwölf.

Ausnahmen gelten bei Frühgeburten, Mehrlingen und wenn euer Kind oder ein Geschwisterkind eine Behinderung hat. ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus könnt ihr weiterhin parallel beziehen.

Wie ihr die Elternzeit aufteilt: drei Beispiele

Die Elternzeit selbst könnt ihr frei verteilen, jeder von euch hat seine drei Jahre. Eng wird es beim Elterngeld. Die drei Modelle unten halten die Regeln ein, die Lebensmonate (LM) zählen ab dem Tag der Geburt deines Kindes.

Modell 12 + 2. Die Mutter bezieht Basiselterngeld für LM 1 bis 12, wobei LM 1 und 2 durch das Mutterschaftsgeld abgedeckt sind. Der Partner nimmt LM 13 und 14. Das passt oft zum Krippenstart, denn ab dem ersten Geburtstag habt ihr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

Modell 7 + 7. Die Mutter bezieht LM 1 bis 7, der Partner LM 1 sowie LM 8 bis 13. Gleichzeitig bezogen habt ihr nur LM 1, das ist erlaubt. Ihr kommt auf zusammen 14 Monatsbeträge und teilt Betreuung und Einkommensverlust gleichmäßig.

Modell Teilzeit für beide. Nach einer ersten Phase mit Basiselterngeld arbeitet ihr beide 24 bis 32 Wochenstunden und bezieht ElterngeldPlus. Dann kommt der Partnerschaftsbonus mit zwei bis vier Monaten für jeden von euch dazu. Wie viel das bringt, zeigt dir der Elterngeldrechner.

Verdient einer von euch deutlich mehr, kosten seine Monate zu Hause mehr Haushaltseinkommen. Rechnet die Varianten mit euren echten Zahlen durch, bevor ihr anmeldet. Wie ein Vater seine Monate legen kann und wie sich die Elternzeit aus Vätersicht anfühlt, steht in unserem Artikel zur Vater-Elternzeit.

Zeitplan von der Schwangerschaft bis zur Rückkehr

  1. Vor oder ganz zu Beginn der Schwangerschaft: Seid ihr verheiratet und verdient unterschiedlich, prüft einen Steuerklassenwechsel mit der Elterngeldstelle oder einer Steuerberatung. Er muss in der Regel sieben Monate vor dem Monat wirksam sein, in dem der Mutterschutz beginnt, und diese Frist läuft oft schon in den ersten Schwangerschaftswochen ab.
  2. Früh in der Schwangerschaft: Sag deinem Arbeitgeber Bescheid, sobald du dich sicher fühlst, damit die Schutzregeln des Mutterschutzgesetzes greifen. Besprecht zu zweit, wer welche Lebensmonate übernimmt.
  3. Im zweiten Drittel der Schwangerschaft: Rechnet eure Aufteilung im Elterngeldrechner des Familienportals durch und sprecht mit euren Führungskräften über Vertretung und Übergabe.
  4. Sieben bis sechs Wochen vor dem Termin: Will der Partner ab der Geburt zu Hause sein, muss seine Anmeldung spätestens sieben Wochen vor dem errechneten Termin beim Arbeitgeber liegen. Eine Woche später, sechs Wochen vor dem Termin, beginnt der Mutterschutz.
  5. Direkt nach der Geburt: Fordere beim Standesamt die Geburtsurkunde für das Elterngeld an. Schließt deine Elternzeit als Mutter an den Mutterschutz an, meldest du sie spätestens sieben Wochen vor dessen Ende an.
  6. In den ersten drei Lebensmonaten: Stellt den Elterngeldantrag bei der Elterngeldstelle.
  7. Ab dem ersten Geburtstag: Ihr habt Anspruch auf einen Krippenplatz. Was zur Eingewöhnung gehört, steht in unserer Kita-Start-Checkliste.
  8. Vor der Rückkehr: Beantrage Teilzeit in der Elternzeit spätestens sieben Wochen vorher (zwischen drittem und achtem Geburtstag 13 Wochen). Nach der Elternzeit gilt wieder deine frühere Arbeitszeit, eine Teilzeit danach beantragst du nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz spätestens drei Monate vor Beginn.

Wieder schwanger während der Elternzeit

Kommt das zweite Kind, während du noch in Elternzeit bist, entscheidet das Timing über eine Menge Geld.

Die Berechnungsgrundlage. Kommt dein zweites Kind noch innerhalb des Elterngeld-Bezugszeitraums für das erste, kannst du unter Umständen das Einkommen vor der ersten Geburt als Grundlage nehmen.

Das Mutterschaftsgeld. Willst du erneut Mutterschaftsgeld bekommen, musst du zu Beginn des neuen Mutterschutzes wieder im Arbeitsverhältnis ohne Elternzeit stehen. In der Praxis beendest du die laufende Elternzeit dann zum Tag vor Beginn des neuen Mutterschutzes. Dafür brauchst du keine Zustimmung des Arbeitgebers, solltest es ihm aber rechtzeitig mitteilen.

Ein Zeitbeispiel: Deine Elternzeit läuft bis 01.08., der errechnete Termin ist der 10.07., der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vorher am 29.05. Dann endet deine Elternzeit zum 28.05.

Wie sich das zweite Mal anfühlt, erzählen wir in Die zweite Schwangerschaft und in Nach der Geburt des 2. Kindes: Unsere Vater-Sohn-Tage.

Die häufigsten Fehler

  1. Antrag zu spät stellen. Elterngeld gibt es rückwirkend höchstens für drei Monate. Alles davor ist weg.
  2. Mit zwölf Monaten rechnen. Bei Müttern mit Mutterschaftsgeld sind es meistens zehn ausgezahlte Monate.
  3. Steuerklassenwechsel zu spät. Die Frist liegt in der Regel sieben Monate vor dem Monat, in dem der Mutterschutz beginnt.
  4. Nebeneinkünfte nicht melden. Das kann zur Rückforderung führen.
  5. Zwei gemeinsame Monate Basiselterngeld planen. Das geht bei Geburten ab April 2024 nicht mehr, außer in den genannten Ausnahmefällen.
  6. Den zweiten Abschnitt in der Anmeldung vergessen. Was in den ersten zwei Jahren liegt, gehört schon in die erste Anmeldung.

Was du zum Antrag brauchst

  • Geburtsurkunde des Kindes mit dem Vermerk „für Elterngeld“
  • Einkommensnachweise der letzten zwölf Monate vor der Geburt
  • Bescheinigung des Arbeitgebers über Mutterschutz und Elternzeit
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
  • bei Selbstständigen: Steuerbescheid des Vorjahres

Die Geburtsurkunde für das Elterngeld forderst du beim Standesamt extra an, getrennt von der fürs Kindergeld.

Wo du verlässliche Auskunft bekommst

Unsere Zahlen haben den Stand Oktober 2026 und können sich ändern. Verbindlich sind:

  • die Elterngeldstelle deines Bundeslandes (zuständig für deinen Antrag)
  • das Familienportal des Bundes mit dem offiziellen Elterngeldrechner und einem Musterformular für die Anmeldung
  • die Broschüre „Elterngeld und Elternzeit“ des Bundesfamilienministeriums, kostenlos als PDF auf dessen Publikationsseite
  • das BEEG im Wortlaut auf gesetze-im-internet.de
  • bei Streit mit dem Arbeitgeber: eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht

Ist der Papierkram durch, kommt der angenehmere Teil der Vorbereitung. Dazu haben wir die Baby-Erstausstattung aufgeschrieben, inklusive der Dinge, die du dir sparen kannst.

Foto: Rostislav_Sedlacek / iStockfoto.com

Häufige Fragen

Wie lange vorher muss ich Elternzeit anmelden?

Spätestens sieben Wochen vor Beginn, wenn die Elternzeit vor dem dritten Geburtstag liegt, zwischen drittem und achtem Geburtstag 13 Wochen vorher. Für Kinder, die ab dem 1. Mai 2025 geboren sind, reicht Textform, also auch eine E-Mail. Für ältere Kinder gilt die Schriftform mit eigenhändiger Unterschrift. Der besondere Kündigungsschutz beginnt mit der Anmeldung, frühestens acht Wochen vor dem Start (zwischen drittem und achtem Geburtstag 14 Wochen).

Wie kann ich Elternzeit und Elterngeld planen?

Am besten schon in der Schwangerschaft. Legt zuerst fest, wer welche Lebensmonate des Kindes übernimmt, rechnet das im Elterngeldrechner des Familienportals durch und meldet die Elternzeit dann fristgerecht beim Arbeitgeber an. Den Elterngeldantrag stellst du nach der Geburt innerhalb der ersten drei Lebensmonate, denn rückwirkend gezahlt werden höchstens drei.

Wie ist die beste Aufteilung der Elternzeit?

Die eine beste Aufteilung gibt es nicht, sie hängt von Einkommen, Job und Betreuung ab. Häufig sind zwölf Monate für einen Elternteil und zwei Partnermonate für den anderen, gleichmäßig je sieben Monate oder eine Phase, in der ihr beide in Teilzeit arbeitet und ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus bezieht. Basiselterngeld dürft ihr bei Geburten ab dem 1. April 2024 nur in einem Lebensmonat gleichzeitig beziehen, Ausnahmen gelten bei Frühgeburten, Mehrlingen und Kindern mit Behinderung.

Ist es möglich, 2 Jahre Elternzeit und 1 Jahr Elterngeld zu bekommen?

Ja. Elternzeit und Elterngeld sind zwei getrennte Dinge. Du kannst zum Beispiel zwei Jahre Elternzeit anmelden und zwölf Monate Basiselterngeld beziehen. Im zweiten Jahr bist du weiter freigestellt, bekommst aber kein Elterngeld mehr, außer du teilst es mit ElterngeldPlus auf eine längere Zeit auf.

Wie hoch ist das Elterngeld?

Zwischen 65 und 100 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens, mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro beim Basiselterngeld (ohne Geschwisterbonus). Je niedriger das vorherige Einkommen, desto höher der Prozentsatz. Beim ElterngeldPlus halbieren sich Betrag und Höchstgrenze, dafür verdoppelt sich die Bezugsdauer.

Ab welchem Einkommen gibt es kein Elterngeld mehr?

Für Geburten ab dem 1. April 2025 liegt die Grenze bei 175.000 Euro zu versteuerndem Einkommen im Kalenderjahr vor der Geburt, für Paare wie für Alleinerziehende. Für Geburten zwischen dem 1. April 2024 und dem 31. März 2025 galten 200.000 Euro. Maßgeblich ist das zu versteuernde Einkommen aus dem Steuerbescheid, nicht das Bruttogehalt.

Können beide Eltern gleichzeitig Elterngeld beziehen?

Eingeschränkt. Für Geburten ab dem 1. April 2024 dürft ihr Basiselterngeld nur in einem Lebensmonat gleichzeitig beziehen, und zwar innerhalb der ersten zwölf. Ausnahmen gelten bei Frühgeburten, Mehrlingen und Kindern mit Behinderung. ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus könnt ihr parallel nehmen.

Darf ich während der Elternzeit arbeiten?

Ja, bis zu 32 Wochenstunden im Monatsdurchschnitt. Das Einkommen wird auf das Elterngeld angerechnet. Beim Basiselterngeld bleibt dann oft wenig übrig, deshalb passt ElterngeldPlus meist besser zur Teilzeit.

Wo beantrage ich Elterngeld?

Bei der Elterngeldstelle deines Bundeslandes, nicht bei der Familienkasse, die für das Kindergeld zuständig ist. In vielen Bundesländern geht das auch online über ElterngeldDigital. Rückwirkend bekommst du Elterngeld höchstens für drei Monate, lass den Antrag also nicht liegen.

Gibt es eine Broschüre zum Elterngeld und zur Elternzeit für 2026?

Das Bundesfamilienministerium (BMBFSFJ) bietet die Broschüre „Elterngeld und Elternzeit“ kostenlos als PDF auf seiner Publikationsseite an. Prüf dort vor dem Download, welchen Rechtsstand die aktuelle Fassung hat. Für deinen Fall gilt die Fassung zum Geburtsdatum deines Kindes.

Lohnt sich ein Steuerklassenwechsel vor der Geburt?

Bei verheirateten Paaren mit unterschiedlichen Einkommen oft ja, weil das Elterngeld auf dem Netto basiert. Der Wechsel muss in der Regel spätestens sieben Monate vor dem Monat wirksam sein, in dem der Mutterschutz beginnt, damit er sich voll auswirkt. Lass dich dazu von der Elterngeldstelle oder einer Steuerberatung beraten, denn hier kannst du viel gewinnen und viel falsch machen.

Geschrieben von Bastian und Regina

Wir sind Eltern von drei Kindern und schreiben seit 2018 auf Oh Happy Kids über unseren Familienalltag aus Norddeutschland — eigene Erfahrung kennzeichnen wir im Text, alles andere ist sorgfältig recherchiert.