Eltern-Kind-Turnen ist die wunderbare Möglichkeit, den Bewegungsdrang und die Koordination deines Kleinkinds zu fordern bzw. zu fördern. Ungezwungen spielen, singen und turnen die 1-3 jährigen Kinder für etwa eine Stunde.
Neben dem Vorteil andere Mütter und Väter mit ihren Kindern kennenzulernen, macht es auch einfach Spaß seinem Kind bei den vielen Turnmöglichkeiten zuzusehen und es dabei zu unterstützen, neue Herausforderungen zu meistern.
Welche Punkte für uns bei der Auswahl des richtigen Angebots wichtig waren und für welchen Verein wir uns letztendlich entschieden haben, stellen wir dir jetzt in diesem Artikel vor.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Alter: meist 1–3 Jahre, ab dem sicheren Laufen
- Dauer: etwa eine Stunde, ein fester Termin pro Woche
- Probestunden: 1–3 sind überall üblich – nutze sie bei mehreren Vereinen
- Anziehen: bequeme Sachen ohne Kordeln, Stoppersocken, Sportsachen auch für dich
- Worauf es ankommt: feste Rituale, kein Leistungsdruck, freie Gerätewahl
Aber welches ist das richtige Angebot für dich?
Zuerst einmal ist es üblich, dass du in den unterschiedlichsten Turnangeboten 1-3 Probestunden mitmachen kannst. So bekommen du und dein Kind einen ersten Eindruck, wie das Turnen generell abläuft und auch, ob es deinem Kind überhaupt Spaß macht.
Uns ist es wichtig gewesen, dass die Turnstunde immer wiederkehrende Rituale hat. Das bedeutet beispielsweise, gemeinsames Singen zu Beginn, und auch ein gemeinsamer Abschluss. Dieses immer wiederkehrende Ritual ist besonders für die Kleinen wichtig. Es ist unglaublich, wie schnell die Kids die Lieder und Klatschspiele lernen und sich somit Woche für Woche auf die Turnstunde freuen.
Das Schöne am Eltern-Kind-Turnen in Norderstedt ist, dass du als Mutter oder Vater die gesamte Stunde mit dabei bist. Es geht nicht um einen Ablöseprozess wie bei der Eingewöhnung im Kindergarten, sondern es findet ganz ohne Trennung statt. Für viele Kinder ist es trotzdem eine gute Vorbereitung darauf, weil sie eine Gruppe, feste Abläufe und eine fremde Bezugsperson kennenlernen – nur eben mit dir als Sicherheitsnetz.
Es sollte keine starre vorgegebene Reihenfolge geben oder gar Druck aufgebaut werden, dass die Kinder alle Geräte Beturnen müssen. Es ist ein freies Spiel, bei dem jedes Kind ausprobieren darf, was es möchte. Traut es sich heute noch nicht von einem hohen Kasten auf die große Matte zu springen, ist das vollkommen ok. Vielleicht ist es in der nächsten Stunde schon wieder anders und der hohe Kasten ist plötzlich kein unüberwindbares Hindernis mehr.
Eltern-Kind-Turnen bei TuRa Harksheide
Nachdem wir auch die Turn-Angebote vom HSV, 1. SC Norderstedt und dem NSV ausprobiert haben, entschieden wir uns letztendlich für das Eltern-Kind-Turnen bei TuRa Harksheide.
Ausschlaggebend waren zwei Dinge. Erstens hat uns die Probestunde dort am besten gefallen. Zweitens waren zu unserer Zeit sämtliche Eltern-Kind-Turn-Angebote im Vereinsbeitrag enthalten – wer wollte, hätte an vier Tagen pro Woche hingehen können. Ob das heute noch so geregelt ist, erfragst du am besten direkt beim Verein; solche Modelle ändern sich.
Praktisch macht das sicherlich keiner. Vielmehr man sucht sich einen festen Tag aus und besucht diese Stunde regelmäßig. Allerdings ist es eine tolle Option, wenn man einen alternativen Tag nutzen kann, falls es mal nicht anders passt.
Die Turnstunden bei Sylvia gefallen uns am allerbesten.
Ablauf einer Eltern-Kind-Turnstunde
Zur Begrüßung und als kleine Lockerungsübung wird immer mit 2-3 Liedern gestartet, wovon das erste Lied häufig identisch ist. Was Musik in diesem Alter tatsächlich bringt und was nicht, steht in Musikalische Früherziehung. Anschließend kommt das sehr beliebte „Ich bin eine kleine Maus“-Laufspiel. Dabei fangen die Eltern zunächst die Kinder, ehe anschließend die Eltern von den Kindern quer durch die Halle gefangen werden. Durch dieses Spiel wird die Muskulatur der Kids warm gelaufen und der Körper kommt auf Betriebstemperatur.
Jede Woche gibt es im Anschluss an dieses Aufwärmspiel unterschiedliche Spiel-Accessoires für ca. 10 Minuten. Sylvia variiert dabei zwischen Bällen, Seilen, Ringen oder Tennisbällen.
Es ist so wunderbar zu sehen, wie sehr sich die Kids über so ein simples Spielzeug freuen und vor allem, wie viele Optionen einfach entstehen, diese Gegenstände zu nutzen.
Nachdem nun alle Kids aufgewärmt sind und sich schon ausreichend quer durch die Halle bewegt haben, ist es Zeit für das Aufbauen der Turngeräte. Alle Kids setzen sich währenddessen auf eine große, blaue Matte und die Eltern erhalten Bilder mit den aufzubauenden Gegenständen.
Das Aufbauen geht in der Regel zügig, da es genügend helfende Hände gibt. Wenn alles sicher aufgebaut ist, gibt Sylvia das Go und es darf geturnt werden.
Zwangloses Turnen an den Geräten
Die Kinder laufen los und dürfen sich frei entscheiden, wo sie beginnen und welches Gerät sie jeweils als nächstes benutzen wollen. Es gibt weder eine feste Reihenfolge, oder gar einen Zwang, dass jedes Kind alles bespielt haben muss. Jeder darf das tun und lassen wie er es mag. Das ist uns ganz besonders wichtig!
Ungefähr 10 Minuten vor Abschluss wird das Turnen an den Geräten beendet. Und es folgt das nächste, große Highlight für kleine Kinderaugen! Der Mattenwagen wird zur Dampflock und alle Kinder dürfen mitfahren und singen. So fällt der Abschied der Stunde gar nicht so schwer. 😉
Zu aller, aller letzt singen wir alle gemeinsam in einem Abschlusskreis noch 3-4 weitere Lieder. Ein Must-Have ist hier der Klassiker “Häschen in der Grube” und auch das „Schiffchen”-Lied.
Die Kids wissen genau, was zu tun ist und selbst wenn man noch ganz neu dabei ist, hat man bereits in der ersten Stunde schnell das Gefühl Anschluss zu finden. Der Ablauf ist wirklich sehr herzlich organisiert mit viel Liebe zum Detail.
Für die Eltern bleibt ebenfalls ein bisschen Zeit zum Schnacken und Austauschen.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
| Kriterium | Warum es zählt |
|---|---|
| Feste Rituale | Wiederkehrender Anfang und Abschluss geben Kleinkindern Sicherheit |
| Freie Gerätewahl | Kein Kind sollte zu etwas gedrängt werden, das es sich nicht traut |
| Gruppengröße | Über 12–15 Kinder wird es in einer Halle schnell unübersichtlich |
| Person an der Pfeife | Der größte Unterschied zwischen zwei Gruppen ist die Leitung, nicht der Verein |
| Beitragsmodell | Sind alle Termine enthalten oder wird pro Kurs abgerechnet? |
| Uhrzeit | Eine Stunde, die mitten in den Mittagsschlaf fällt, funktioniert nie |
Der letzte Punkt klingt banal, ist aber der häufigste Grund, warum Familien wieder aufhören. Nimm lieber einen weniger perfekten Kurs zur passenden Zeit als den perfekten zur falschen.
Wenn es kein Verein sein soll
Nicht überall gibt es ein passendes Angebot, und manchmal passt schlicht der Termin nicht. Vieles von dem, was eine Turnstunde ausmacht – klettern, balancieren, springen, sich abwechseln –, lässt sich zu Hause nachbauen. Zwölf Ideen dafür haben wir in den Bewegungsspielen für Kleinkinder gesammelt.
Wie Kinderturnen allgemein abläuft, was es kostet und wie du ein Angebot in deiner Nähe findest, steht in unserem Artikel zum Kinderturnen ab 1 Jahr.
Unser Fazit
Eltern-Kind-Turnen war für uns eine der besseren Entscheidungen in der Kleinkindzeit – nicht wegen der sportlichen Förderung, sondern weil es einen festen Punkt in der Woche gab, an dem unser Sohn sich austoben konnte und wir andere Eltern getroffen haben.
Falls du dich noch entscheiden musst: Mach Probestunden bei mehreren Vereinen, achte auf die Person, die die Stunde leitet, und nimm den Termin, der zu eurem Tagesrhythmus passt.
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Welche Erfahrungen beim Eltern-Kind-Turnen konntest du machen? Was ist das absolute Highlight eurer Turnstunde?
Häufige Fragen
Ab welchem Alter ist Eltern-Kind-Turnen sinnvoll?
Die meisten Gruppen richten sich an Kinder von etwa einem bis drei Jahren, also ab dem sicheren Laufen. Manche Vereine bieten darunter noch Babygruppen an. Entscheidend ist weniger das Alter als die Mobilität: Sobald dein Kind sicher läuft und klettern will, hat es in einer Turnhalle etwas davon.
Was kostet Eltern-Kind-Turnen in Norderstedt?
Das läuft in der Regel über eine Vereinsmitgliedschaft, nicht über Kursgebühren, und liegt meist im Bereich eines überschaubaren Monatsbeitrags. Die Beiträge unterscheiden sich je nach Verein deutlich – und ob alle Turnangebote im Beitrag enthalten sind oder einzeln abgerechnet werden, macht den größten Unterschied. Frag danach konkret nach, bevor du unterschreibst.
Kann man erst einmal reinschnuppern?
Ja, das ist überall üblich. Ein bis drei Probestunden sind Standard. Nutz das auch wirklich bei mehreren Vereinen – die Unterschiede zwischen den Gruppen sind größer als zwischen den Vereinen, weil es vor allem an der Person hängt, die die Stunde leitet.
Was soll mein Kind zum Turnen anziehen?
Bequeme Kleidung ohne Kordeln und Kapuzen, darin verfängt man sich an Geräten. An den Füßen Stoppersocken oder Gymnastikschuhe – barfuß geht auch, ist aber auf manchen Hallenböden rutschig. Und für dich selbst ebenfalls Sportsachen: Du turnst mehr mit, als du denkst.
Mein Kind macht nicht mit und klebt nur an mir. Ist das normal?
Völlig. Manche Kinder sitzen die ersten Stunden auf dem Schoß und schauen zu. Das ist kein verlorener Besuch – Zuschauen ist bei Kleinkindern eine Form des Lernens. Der Umschwung kommt bei den meisten irgendwann zwischen der dritten und der achten Stunde, und zwar von allein. Druck macht es zuverlässig schlimmer.



