Unser erster Urlaub zu viert sollte im Februar in der Sonne stattfinden – und wurde nach einem Gespräch mit Freunden ziemlich spontan Dubai. Mit einem knapp Dreijährigen und einem acht Monate alten Baby, sechs Stunden Flug. Hier steht, wie es gelaufen ist und was wir heute anders machen würden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Februar war ideal: 24 bis 28 Grad, Wasser um 23 Grad. Zwischen Juni und September ist es mit kleinen Kindern zu heiß.
- Kindersitz im Taxi ist Pflicht – in den VAE seit 2017 für Kinder unter vier Jahren. Wir haben das damals anders gehandhabt, und das war unser Fehler.
- Am Public Beach gibt es keinen Schatten. Ohne Strandmuschel ist ein Baby dort nicht gut aufgehoben.
- Die Menschen sind ausgesprochen kinderfreundlich – das hat uns am meisten überrascht.
- Sechs Stunden Flug und wenig Zeitverschiebung: als Fernziel mit Kindern eines der einfachsten.
Der Flug und die Ankunft
Sechs Stunden Flugzeit mit zwei kleinen Kindern – das war der Punkt, an dem wir am meisten gezweifelt haben. Unser Großer hatte bis dahin alle Flüge gut weggesteckt, und genau so lief es auch: Die beiden haben die Crew bezaubert, und wir haben von Sitznachbarn Lob bekommen statt genervter Blicke.
Was dabei geholfen hat, haben wir separat aufgeschrieben – unsere Tipps für die Kinderunterhaltung auf einem Langstreckenflug sind die Sammlung dessen, was bei uns funktioniert hat.
Die Einreise erinnerte an die USA: ernste Blicke, energischer Stempel, drin. Kein Verhör, keine Wartezeit von Stunden.
Der erste Eindruck danach war durchweg positiv. Angenehme Temperaturen, eine auffällig saubere Stadt, und – das hat uns wirklich überrascht – sehr viele Menschen, die im Vorbeigehen unsere Kinder anlächelten oder ansprachen. Gerade mit einem Baby fühlt sich das anders an als in vielen europäischen Städten.
Wir haben in einem Apartment direkt an der Flaniermeile The Walk in der JBR-Area gewohnt, mit Blick aufs Meer. Die Architektur und das gastronomische Angebot erinnerten uns stark an Miami – viele US-Ketten, breite Promenade, hohe Häuser mit Wasser dazwischen.

Taxi mit Kindern: was wir falsch gemacht haben
Diesen Abschnitt haben wir überarbeitet, weil wir es damals schlicht falsch gemacht haben.
Unsere Überlegung war: Kindersitze im Flugzeug mitzunehmen ist unpraktisch, in Taxis gibt es keine, also nehmen wir die Kinder auf den Schoß. Für die Fahrer schien das völlig normal zu sein.
Das ist keine gute Lösung, und sie ist auch nicht legal. In den Vereinigten Arabischen Emiraten schreibt das Verkehrsrecht seit 2017 vor, dass Kinder unter vier Jahren in einem Kindersitz gesichert sein müssen; außerdem gibt es ein Mindestalter für den Beifahrersitz. Dass sich viele Taxis nicht darum kümmern, ändert nichts daran – und im Fall eines Unfalls ist ein Kind auf dem Schoß praktisch ungeschützt.
Was du stattdessen tun kannst:
- Transfer vorbuchen. Viele Hotels und Transferanbieter stellen auf Anfrage Kindersitze bereit. Das musst du im Voraus angeben.
- In der App ein passendes Fahrzeug wählen. Careem und Uber sind in Dubai beide verfügbar; prüfe direkt in der App, ob sich Fahrzeuge mit Kindersitz buchen lassen.
- Einen leichten Reisesitz mitnehmen. Es gibt faltbare Sitzerhöhungen und Gurtsysteme, die ins Handgepäck passen. Für Kleinkinder ab etwa 15 Kilogramm sind das brauchbare Lösungen; für Babys bleibt die Babyschale.
- Metro nutzen, wo es geht. Dubai hat eine moderne, klimatisierte Metro, die einen großen Teil der interessanten Ziele abdeckt.
Zu den Kosten: Die Fahrt vom Flughafen zum Apartment über rund 40 Kilometer kostete uns damals etwa 22 Euro. Verglichen mit deutschen Taxipreisen ist das sehr günstig – nimm es als Größenordnung, nicht als aktuellen Preis.
Sonnenschutz am Public Beach
Viele Strandabschnitte in Dubai gehören zu den Luxushotels in der ersten Reihe. Es gibt aber auch einen öffentlichen Strand, den Public Beach, der frei zugänglich ist.
Und der hat ein Problem für Familien mit Babys: keinen Schatten.
Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor, UV-Shirt und Hut waren für uns selbstverständlich – was in der Golfsonne aber fehlt, ist ein Ort, an dem ein Baby einfach mal liegen kann. Genau dafür haben wir eine Strandmuschel mitgenommen. Darin lässt sich der Mittagsschlaf machen, und das Kind kann sich bewegen, ohne in die Sonne zu geraten.
Ob Strandmuscheln dort erlaubt sind, konnten wir vorab nicht klären – an der Ostsee gibt es Abschnitte, an denen weder Schirm noch Muschel zulässig ist. Wir haben es riskiert. Niemand hat uns angesprochen, Verbotsschilder haben wir keine gefunden; wir haben allerdings auch keine zweite Strandmuschel gesehen. Frag im Zweifel bei der Strandaufsicht oder im Hotel nach.
Worauf es beim Sonnenschutz für Kinderhaut ankommt – und warum Lichtschutzfaktor allein nicht reicht –, steht ausführlich in unserem Artikel zum Sonnenschutz für Kinder.
Wir hatten eine Pop-up-Strandmuschel dabei und würden diese Bauart wieder nehmen. Wir haben verschiedene Modelle nicht gegeneinander getestet, sondern stützen uns auf Herstellerangaben, öffentliche Rezensionen und die eigene Nutzung:
So kommt unsere Einschätzung zustande: Wir werten Herstellerangaben und öffentlich zugängliche Kundenrezensionen aus und gleichen sie mit eigener Erfahrung aus unserem Familienalltag ab, statt jedes Produkt selbst zu testen. Wo wir etwas tatsächlich selbst genutzt haben, kennzeichnen wir das im Artikel gesondert.
Strandmuschel, die sich beim Herausnehmen aus der Tasche von selbst entfaltet, meist mit UV-beschichtetem Gewebe und Heringen zum Sichern.
- In Sekunden aufgebaut – mit einem Baby auf dem Arm der entscheidende Punkt
- Leicht und klein genug fürs Gepäck
- Schafft einen abgegrenzten Platz, in dem ein Baby liegen und schlafen kann
- Bei Wind deutlich instabiler als eine Steckmuschel – unbedingt mit Heringen und Sandtaschen sichern
- Das Zusammenfalten muss man einmal geübt haben, sonst steht man am Strand und kämpft
Für Familien mit Baby am schattenlosen Strand die praktischste Lösung. Übe das Zusammenlegen einmal zuhause, bevor du am Strand davorstehst.
Preis zuletzt geprüft: 07.10.2026, 12:57 Uhr. Preise können sich ändern.
Ein- oder zweiteiliger Schwimmanzug mit langen Armen und Beinen und UV-Schutzfaktor, meist UPF 50+.
- Deckt genau die Flächen ab, die man beim Eincremen am ehesten vergisst
- Muss nach dem Baden nicht nachgecremt werden
- Hält Kinder im Wasser zusätzlich etwas wärmer
- Gesicht, Hände und Füße brauchen trotzdem Creme
- Nasses Material lässt sich bei Kleinkindern schwer ausziehen
In einem Sonnenziel wie Dubai die sinnvollste Ergänzung zur Creme – gerade weil Kinder am Strand ständig ins Wasser und wieder heraus wollen.
Essen gehen an The Walk
Wir hatten Selbstverpflegung, waren aber oft unterwegs essen. Entlang der Promenade in der JBR-Area haben diese Lokale für uns mit Kindern funktioniert:
| Lokal | Hinweis für Familien |
|---|---|
| Bosporus | Kleine Treppe am Eingang – der Kinderwagen muss getragen werden |
| Dickies BBQ | Plätze im Erdgeschoss und oben, kein Aufzug. Das Personal hilft beim Tragen |
| Shake Shack | Unkompliziert, schnell, kinderfreundlich |
| Cheesecake Factory | Teilweise Plätze mit Meerblick |
| Chili’s | Große Portionen, klassisch amerikanisch |
| Operation Falafel | Die schnellste und günstigste Option |
| EatGreek | Gut, wenn es mal nicht amerikanisch sein soll |
Der wichtigste Praxishinweis: Frag beim Reinkommen nach einem Platz im Erdgeschoss, wenn ihr mit Kinderwagen unterwegs seid. Aufzüge gibt es in den kleineren Lokalen meist nicht, und das Tragen nach oben ist zwar machbar, aber beim Rausgehen mit einem schlafenden Kind unpraktisch.
Spielplätze und Attraktionen für Kinder
Entlang der Promenade gibt es mehr für Kinder, als man von einer Flaniermeile erwartet:
- Überdachter Spielplatz in der Nähe von Cheesecake Factory und Bosporus. Passt ab etwa drei Jahren – und der Schatten ist in Dubai ein echtes Argument.
- KidsArea mit Hüpfburg, Bällebad, Rutsche und großen Bausteinen. Der Eintritt lag bei uns bei 30 AED, damals etwa 7,50 Euro.
- Bagger-Bereich, an dem Kinder mit kleinen Baggern im Sand arbeiten. Für Kinder ab etwa vier.
- Elektrische Mini-Autos, eine Art Autoscooter für kleine Kinder, die auf größeren Plätzen zwischen den Restaurants aufgebaut waren.
Für einen ersten Urlaub zu viert hat uns das komplett gereicht: Strand am Vormittag, Mittagsschlaf, Spielplatz und Essen am Abend. Die großen Attraktionen der Stadt – Aquarien, Themenparks, Aussichtsplattformen – haben wir bewusst ausgelassen, weil sie mit einem Baby und einem Dreijährigen mehr Aufwand als Gewinn gewesen wären.
Beste Reisezeit und Kosten
Reisezeit. November bis März. Wir waren im Februar da, bei 24 bis 28 Grad, Sonne und Wassertemperaturen um 23 Grad – genau richtig, um sowohl die Stadt anzuschauen als auch Sandburgen zu bauen. Im Hochsommer sind 40 Grad und mehr normal; Dubai wird dann zu einer Stadt, in der man von einem klimatisierten Raum in den nächsten wechselt. Mit kleinen Kindern ist das kein Urlaub.
Kosten. Das Bild ist gemischt. Taxis waren auffällig günstig, Restaurants an der Promenade lagen auf westlichem Großstadtniveau, und die großen Attraktionen sind teuer. Eine Unterkunft mit Küche macht einen spürbaren Unterschied, weil Frühstück und ein Teil der Mahlzeiten wegfallen.
Was uns sonst aufgefallen ist: Die Stadt ist auffällig sauber und geordnet. Die Bereiche, die wir gesehen haben, waren sehr international und westlich geprägt. Und das Faible für schnelle Autos ist unübersehbar – für einen autobegeisterten Dreijährigen war das Ferrari- und Lamborghini-Zählen an der Promenade ein eigener Programmpunkt.
Unser Fazit
Dubai war für uns das unkomplizierteste Fernziel, das wir uns für einen ersten Urlaub zu viert hätten aussuchen können: sechs Stunden Flug, kaum Zeitverschiebung, verlässliches Wetter im Februar, und Menschen, die mit Kindern ausgesprochen freundlich umgehen.
Die eine Sache, die wir anders machen würden, ist der Transfer: Kindersitz vorbuchen, statt sich auf “machen hier alle so” einzulassen.
Wenn es der erste größere Urlaub mit Kind wird, lohnt vorher ein Blick auf unsere Erfahrungen aus dem ersten Urlaub mit Kind. Und falls dir sechs Stunden Flug doch zu weit sind: Der Familienurlaub in Lalandia ist unser Gegenentwurf für dieselbe Jahreszeit, nur mit Auto statt Flugzeug.
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Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für Dubai mit Kindern?
November bis März. Wir waren im Februar da, bei etwa 24 bis 28 Grad und Sonne – das ist mit Kindern genau richtig, weil man tagsüber draußen sein kann, ohne in die Hitze zu geraten. Das Wasser hatte rund 23 Grad. Von Juni bis September sind 40 Grad und mehr normal; Dubai ist dann eine Stadt für klimatisierte Innenräume, mit kleinen Kindern keine gute Idee.
Braucht man in Dubai einen Kindersitz im Taxi?
Ja. In den Vereinigten Arabischen Emiraten schreibt das Verkehrsrecht seit 2017 einen Kindersitz für Kinder unter vier Jahren vor, außerdem gilt eine Mindestaltersgrenze für den Beifahrersitz. In der Praxis halten sich längst nicht alle Taxis daran und bieten oft keinen Sitz an – das ändert nichts an der Regel und nichts an der Sicherheit. Plane einen Transfer mit Kindersitz vor, buche über die App ein entsprechendes Fahrzeug oder nimm einen leichten Reisesitz mit.
Darf man am öffentlichen Strand in Dubai eine Strandmuschel aufstellen?
Uns gegenüber hat das niemand beanstandet, und wir haben auch keine Verbotsschilder gefunden. Wir haben allerdings auch keine andere Strandmuschel gesehen. Da sich Regelungen an einzelnen Strandabschnitten ändern können, frag im Zweifel beim Hotel oder bei der Strandaufsicht nach – für ein Baby ist Schatten am Strand nicht verhandelbar.
Ist Dubai mit Kindern teuer?
Gemischt. Taxifahren war für uns auffällig günstig – für rund 40 Kilometer vom Flughafen zahlten wir damals etwa 22 Euro. Restaurants an der Strandpromenade liegen dagegen auf westlichem Großstadtniveau, und die großen Attraktionen kosten deutlich. Mit einer Unterkunft mit Küche und ein paar kostenlosen Strand- und Spielplatztagen lässt sich das gut abfedern.
Wie lange ist der Flug nach Dubai und klappt das mit kleinen Kindern?
Ab Deutschland rund sechs Stunden. Wir sind mit einem knapp Dreijährigen und einem achtmonatigen Baby geflogen, und es lief deutlich entspannter als befürchtet. Sechs Stunden sind eine Grenze, die mit Kindern machbar ist – der Zeitunterschied ist mit wenigen Stunden ebenfalls überschaubar, der Jetlag also kein großes Thema.
Was muss man in Dubai mit Kindern kulturell beachten?
In den touristischen Bereichen ist es sehr international und westlich geprägt, und Kinder werden ausgesprochen freundlich aufgenommen. Trotzdem gilt: Badekleidung nur am Strand und am Pool, außerhalb Schultern und Knie bedeckt – besonders in Malls, Moscheen und öffentlichen Gebäuden. Für Kinder wird das entspannter gehandhabt als für Erwachsene.



