Die Sonne ist für Kinder wichtig – für Stimmung, Vitamin D und Bewegung draußen –, aber auch potenziell gefährlich. Kindliche Haut ist dünner als die von Erwachsenen und deutlich empfindlicher gegenüber UV-Strahlung, dazu kommt ein oft fehlendes Gefühl dafür, wann es genug ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Babys unter 6 Monaten gehören grundsätzlich nicht in direkte Sonne.
- LSF 30 als Minimum, bei heller Haut oder hoher UV-Belastung eher LSF 50.
- Kleidung mit UPF 30+ schützt zuverlässiger als Sonnencreme allein.
- Die Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr ist am riskantesten.
- Alle zwei Stunden nachcremen, sofort nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen.
Die richtige Sonnencreme wählen
- LSF verstehen: Für Kinder wird ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30 empfohlen, bei sehr heller Haut oder hoher UV-Belastung besser LSF 50.
- Breitbandiger Schutz: Achte darauf, dass sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen abgedeckt werden – das steht meist explizit auf der Verpackung.
- Ausreichend auftragen: Zu wenig Creme ist der häufigste Fehler und senkt den tatsächlichen Schutz deutlich unter den angegebenen LSF-Wert.
- Wasserfest, wenn geplant ist zu planschen oder zu schwimmen – trotzdem nach dem Baden erneut auftragen.
- Hypoallergene Formeln bei empfindlicher oder zu Reizungen neigender Haut.
Sonnenschutzkleidung: mehr als modisch
Ein Badeanzug allein bietet keinen ausreichenden Sonnenschutz. Dicht gewebte, dunklere Stoffe mit einem UV-Schutzfaktor (UPF) von 30 oder höher schützen zuverlässiger, weil sie – anders als Creme – nicht abgewaschen werden oder mit der Zeit nachlassen können.
Lange Ärmel und Hosen decken möglichst viel Haut ab, ein breitkrempiger Hut schützt zusätzlich Gesicht, Nacken und Ohren, und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz schont die besonders empfindlichen Kinderaugen. Spezielle Sonnenschutzkleidung mit eingearbeitetem UV-Schutz ist eine sinnvolle, aber keine zwingende Ergänzung – normale, dicht gewebte dunkle Kleidung erfüllt denselben Zweck.
Babys unter 6 Monaten
Bei Babys unter 6 Monaten gilt eine eigene Regel: direkte Sonneneinstrahlung grundsätzlich meiden, statt sie nur zu reduzieren. Schatten, luftige, aber körperbedeckende Kleidung und ein Sonnenhut sind hier die wichtigsten Maßnahmen – nicht Sonnencreme.
Lässt sich eine kleine unbedeckte Hautstelle nicht vermeiden, kommt eine mineralische (physikalische) Sonnencreme speziell für Babys infrage, aber nur ergänzend zu Schatten und Kleidung, nie als deren Ersatz. Ab etwa 6 Monaten kann Sonnencreme dann regulärer Teil des Sonnenschutzes werden.
Verhaltensregeln in der Sonne
- Mittagssonne meiden: Zwischen etwa 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am intensivsten – Aktivitäten im Freien lieber auf Vormittag oder späten Nachmittag legen.
- Regelmäßige Schattenpausen einplanen, auch wenn die Kinder mitten im Spiel sind.
- Ausreichend trinken lassen – Sonneneinstrahlung verstärkt die Dehydrierung.
- Schattenplätze aktiv suchen, unter Bäumen oder mit einem Sonnenschirm.
Erste-Hilfe-Basiswissen für den Fall eines Sonnenbrands oder Hitzschlags haben wir in unserem Artikel zu Erster Hilfe für Eltern zusammengefasst. Bei Unsicherheiten zum individuell passenden Sonnenschutz lohnt sich außerdem ein kurzes Gespräch beim nächsten Kinderarzttermin.
Häufige Fragen
Welchen Lichtschutzfaktor sollte ich für mein Kind wählen?
Mindestens LSF 30, bei sehr heller Haut, hohem UV-Index oder längerem Aufenthalt draußen besser LSF 50. Wichtiger als die genaue Zahl ist, breitbandigen Schutz vor UVA und UVB zu wählen und ausreichend aufzutragen – zu wenig Creme senkt den tatsächlichen Schutz deutlich unter den angegebenen Wert.
Wie oft muss ich Sonnencreme nachcremen?
Etwa alle zwei Stunden, sowie direkt nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen mit dem Handtuch – auch wasserfeste Cremes wischen sich dabei teilweise ab. Nachcremen verlängert den Schutz, verlängert aber nicht die insgesamt sichere Zeit in der Sonne.
Dürfen Babys unter 6 Monaten Sonnencreme benutzen?
Babys unter 6 Monaten gehören grundsätzlich nicht in direkte Sonne – Schatten, Kleidung und ein Sonnenhut sind hier die wichtigsten Schutzmaßnahmen, nicht Creme. Ist eine kleine unbedeckte Stelle unvermeidbar der Sonne ausgesetzt, wird eine mineralische Sonnencreme speziell für Babys empfohlen, aber nur ergänzend, nie als Ersatz für Schatten und Kleidung.
Welche Uhrzeit ist für Kinder in der Sonne am riskantesten?
Die Zeit zwischen etwa 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung am intensivsten ist. In dieser Zeit lohnt sich draußen bewusst Schatten zu suchen, statt auf Sonnencreme allein zu vertrauen.
Reicht Sonnencreme allein als Schutz aus?
Nein. Dicht gewebte, möglichst dunkle Kleidung mit UV-Schutzfaktor (UPF 30 oder höher), ein breitkrempiger Hut und eine Sonnenbrille mit UV-Schutz wirken zuverlässiger als Creme allein, weil sie nicht abgewaschen werden oder nachlassen können.


