Die Geburt unseres zweiten Sohnes rückte näher, und mit ihr eine neue Herausforderung: Anders als bei der Vorbereitung selbst war der genaue Geburtstermin diesmal genauso unplanbar wie beim ersten Kind – nur dass jetzt ein Kleinkind mitorganisiert werden musste.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Oma und Opa haben unseren großen Sohn während der Geburt übernommen – geplant, aber ohne festen Zeitpunkt.
- Die Geburt begann am Nachmittag, unser Großer übernachtete bei den Großeltern.
- Der erste Besuch im Krankenhaus dauerte nur etwa eine Stunde – für ein Kleinkind ist dort wenig Spannendes zu holen.
- Die folgenden zwei Tage Vater-Sohn-Zeit zu Hause haben unsere Beziehung spürbar gestärkt.
- Anders als beim ersten Kind hatten wir diesmal kein Familienzimmer, was den Abschied abends schwerer machte.
Wer kümmert sich um den Großen?
Während der Geburt sollten Oma und Opa auf unseren Großen aufpassen – darauf hatten wir ihn schon Wochen vorher vorbereitet, weil es ja durchaus mitten in der Nacht losgehen konnte. Am Ende ließen wir es einfach auf uns zukommen.
Wie so oft, wenn man einigermaßen entspannt ist, ging die Geburt am Nachmittag los. Unser Großer wurde morgens von Oma und Opa abgeholt und übernachtete gleich dort.
Und nach der Geburt?
Am nächsten Morgen kam unser Großer mit Oma und Opa ins Krankenhaus und begrüßte seinen Bruder mit großen Augen – ein wirklich schöner Moment. Da ein Neugeborenes für einen Zweijährigen aber kein besonders spannender Spielkamerad ist, fuhr ich mit ihm nach etwa einer Stunde wieder nach Hause.
Meine Frau und das frisch geborene Baby im Krankenhaus zurückzulassen, fühlte sich seltsam an – auch weil wir beim ersten Kind ein Familienzimmer hatten und jede Minute gemeinsam verbringen konnten. Diesmal musste ich die beiden schon wenige Stunden nach der Geburt wieder verlassen.
Kurzbesuch am nächsten Tag
Beim zweiten Kind ist eben vieles anders: Auch der Besuch am nächsten Tag dauerte nur etwa eine Stunde, dann ging es mit unserem Großen zurück nach Hause – ein Krankenhauszimmer ist für einen Zweijährigen einfach nicht besonders aufregend.
Ein neugieriger Blick auf den kleinen Bruder, kurz auf den Arm nehmen, ein dicker Kuss für Mama, dann konnten wir wieder los. Zu Hause angekommen, war ausgiebige Papa-Sohn-Zeit angesagt – von nun an lautete die Mission, keines der beiden Kinder zu benachteiligen.
Nach einem Ausflug auf den Spielplatz und einer Besichtigung der Baustelle mit Bagger, Kran und großen Lastwagen war es Zeit fürs Abendessen. Standesgemäß gab es Tiefkühlpizza – nicht am Esstisch, sondern auf dem Couchtisch, mit der ein oder anderen Folge PAW Patrol im Hintergrund. Ein waschechtes Räuberessen.
Am Ende dieser zwei Tage stand vor allem eins fest: Sie haben uns beide nochmal ein gutes Stück enger zusammengeschweißt. Wie sich die Geschwisterbeziehung dann in den folgenden Monaten entwickelt hat, beschreiben wir in unserem Artikel Gemeinsam stark: Geschwister.
Häufige Fragen
Wie bereitet man ein Kleinkind auf die Geburt eines Geschwisterchens vor?
Über konkrete, altersgerechte Vorbereitung statt langer Erklärungen: eine feste Bezugsperson für den Notfall früh festlegen und dem Kind vorstellen, den Ablauf einfach beschreiben ('Oma und Opa holen dich ab, wenn das Baby kommen möchte'), und in Ruhe erklären, dass es auch mal mitten in der Nacht passieren kann.
Ist es normal, dass sich ein Kleinkind kaum für das neue Geschwisterkind interessiert?
Ja, das ist häufig. Ein neugeborenes Baby ist für ein Kleinkind noch kein Spielkamerad, und ein kurzer, neugieriger Blick reicht oft für den Anfang völlig aus. Das sagt nichts über die spätere Geschwisterbeziehung aus – die entwickelt sich meist erst über Monate.
Wie gelingt es, keines der Kinder zu benachteiligen, wenn ein Geschwisterchen da ist?
Nicht durch exakt gleiche Aufmerksamkeit in jedem Moment, sondern durch bewusste Einzelzeit für das ältere Kind – auch wenn sie kurz ausfällt. Gerade in den ersten Tagen, wenn das Baby viel Zeit bei der Mutter braucht, ist gezielte Vater-Kind-Zeit ein guter Ausgleich.
Wie lange bleiben Mutter und Baby nach der Geburt normalerweise in der Klinik?
Das hängt vom Geburtsverlauf und der Klinik ab – bei einer unkomplizierten Geburt sind es oft nur ein bis drei Tage, bei Komplikationen entsprechend länger. Ein Familienzimmer, in dem der ganze Familienalltag von Anfang an gemeinsam stattfindet, ist nicht überall verfügbar und lohnt sich, früh zu erfragen.
Was hilft dem älteren Geschwisterkind in den ersten Tagen am meisten?
Vor allem Normalität und ungeteilte Aufmerksamkeit von der zweiten Bezugsperson. Der gewohnte Tagesablauf – Spielplatz, Lieblingsessen, die übliche Gutenachtroutine – gibt Sicherheit in einer Zeit, in der sich sonst gerade viel verändert.



