Familienalltag mit drei Kindern aus Norddeutschland
Schwangerschaft & Geburt

Die zweite Schwangerschaft: Ein neues Kapitel beginnt

Bastian und Regina Aktualisiert am 12. September 2026 4 Min. Lesezeit
Die zweite Schwangerschaft – Ein neues Kapitel beginnt

Ist denn heute schon Weihnachten? Ganz so überraschend kam es dann doch nicht, ein bisschen geplant war es auch – wir sind wieder schwanger. Bevor es losgeht, kurz zurückgespult: Fast genau 21 Monate vor diesem Test ist unser Sohn geboren, und wir wussten von Anfang an, dass er ein Geschwisterchen bekommen soll.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Meine Periode kam erst rund 16 Monate nach der ersten Geburt wieder – das ist normal und kein Grund zur Sorge.
  • Die zweite Schwangerschaft fühlte sich komplett anders an als die erste: kaum Übelkeit, dafür Kreislaufprobleme.
  • Am 4. Tag nach Ausbleiben der Periode haben wir getestet – positiv.
  • Eine Hebamme zu finden war schwieriger als erwartet, weil unser Entbindungstermin in die Sommerferien fiel.
  • Bei unerfülltem Kinderwunsch über zwölf Monate hinweg lohnt sich ärztlicher Rat.

Bereit für die zweite Runde

Nachdem meine Periode erst etwa 16 Monate nach der Geburt unseres Sohnes wiederkam, wusste ich, dass mein Körper langsam so weit war. Ich habe meinen Zyklus noch ein paar Monate beobachtet und kennengelernt – vermutlich auch mit ein Grund, warum es dann schnell klappte.

Falls es bei euch nicht sofort klappt: Das ist keine Ausnahme. Bei vielen Paaren dauert die Familienplanung bis zu einem Jahr. Zieht sich es länger, lohnt sich ärztlicher Rat – mehr dazu, was in dieser Wartezeit tatsächlich hilft und was eher Mythos ist, steht in unserem Artikel zu Mönchspfeffer und Kinderwunsch.

In der Planungsphase habe ich meinen Körper schon mit ausreichend Folsäure versorgt – wichtig für die ersten Wochen nach der Befruchtung. Ansonsten habe ich vor allem auf ausgewogene Ernährung geachtet: viel Obst und Gemüse, Vollkorn statt Weißmehl, gutes Fleisch und Fisch.

Wann wusste ich, dass ich wieder schwanger bin?

Das eindeutigste Zeichen ist für viele Frauen: die Periode bleibt aus. Das kann ein Schwangerschaftszeichen sein oder einfach eine Zyklusschwankung, deshalb wollte ich nicht zu früh testen und dann mit einem falsch-negativen Ergebnis dastehen.

Bei unserem ersten Sohn hatte ich in den ersten Wochen eine massive Übelkeit und musste mich ständig übergeben, dazu bleierne Müdigkeit. Genau auf diese Anzeichen habe ich diesmal gewartet – Fehlanzeige. Mir war nicht schlecht, ich war nicht müder als sonst, nur mein Kreislauf spielte etwas verrückt.

Am 4. Tag nach Ausbleiben der Periode war die Spannung so groß, dass wir getestet haben. Fünf Minuten Wartezeit, dann: positiv. Die Freude war riesig – und die ersten Wochen habe ich, anders als beim ersten Kind, kaum gespürt.

Zweite Schwangerschaft: Routine wird es nicht

Ganz und gar nicht, auch wenn man das erwarten könnte. Am Montag danach rief ich direkt bei meiner Frauenärztin an, für den Vorsorgetermin. Bis dahin vergingen noch gut drei Wochen, in denen es minütlich auf und ab ging: morgens leichter Schwindel, tagsüber teils heftige Übelkeitsattacken, ohne dass ich mich übergeben musste.

Was in dieser Zeit wirklich geholfen hat: Salzstangen, dauerhaft griffbereit. Unser Sohn hatte parallel eine Kehlkopfentzündung und wollte nur bei mir sein – die zweite Schwangerschaft mit einem Kleinkind im Haus ist tatsächlich eine ganz andere Hausnummer als die erste. Aber auch das schafft man, mit Hilfe oder notfalls ohne.

Der Tag des Arzttermins

Im Wartezimmer saßen andere Schwangere, Mamas mit Neugeborenen, Routine-Patientinnen – und ich mit der Frage, in welche Schublade mich wohl alle steckten. Nach der Wartezeit ging es zum Ultraschall: ein kleines, aktives Herzchen, deutlich sichtbar. Mir kullerte eine Träne.

Alles war in Ordnung, der nächste Termin folgte in drei Wochen – dann würde auch der Mutterpass ausgefüllt und die Schwangerschaft damit offiziell.

Auf der Suche nach einer Hebamme

Mit der ärztlichen Bestätigung ging die Suche nach einer Hebamme los – erschwert dadurch, dass unser errechneter Entbindungstermin genau in die Sommerferien fiel. Ganze Hebammenpraxen hatten keine Kapazität mehr frei, häufig weil die Hebammen selbst schulpflichtige Kinder haben und an die Ferienzeiten gebunden sind.

Über ein paar Ecken haben wir dann doch noch jemanden gefunden – eine Hebamme ohne eigene schulpflichtige Kinder. Kurz darauf stand das erste Kennenlerngespräch an.

Wie es bei der Geburt selbst weiterging, erzählen wir in unserem Geburtsbericht. Und alles rund um Elternzeit und Elterngeld beim zweiten Kind haben wir in unserem Elternzeit-Elterngeld-Guide zusammengefasst.

Häufige Fragen

Wie schnell kann man nach der ersten Geburt wieder schwanger werden?

Das ist individuell sehr unterschiedlich und hängt unter anderem davon ab, ob und wie lange gestillt wird – Stillen kann den Eisprung unterdrücken, muss es aber nicht. Bei manchen kommt der Zyklus nach wenigen Monaten zurück, bei anderen erst nach über einem Jahr. Beides ist normal.

Fühlen sich Anzeichen der zweiten Schwangerschaft genauso an wie bei der ersten?

Nicht zwangsläufig. Übelkeit, Müdigkeit oder Kreislaufprobleme können von Schwangerschaft zu Schwangerschaft komplett unterschiedlich ausfallen, selbst bei derselben Frau. Sich an den eigenen ersten Anzeichen zu orientieren, führt deshalb oft in die Irre.

Ab wann sollte man bei unerfülltem Kinderwunsch ärztlichen Rat suchen?

Die gängige Empfehlung lautet zwölf Monate regelmäßiger, ungeschützter Sex ohne Erfolg – ab etwa 35 Jahren bereits nach sechs Monaten. Mehr dazu, was in dieser Zeit hilft und was nicht, steht in unserem Artikel zu Mönchspfeffer und Kinderwunsch.

Wie erklärt man einem Kleinkind, dass ein Geschwisterchen kommt?

Am besten früh, aber ohne zu abstrakt zu werden – kleine Kinder haben kaum ein Zeitgefühl, deshalb wirkt eine Ankündigung Monate im Voraus oft wenig greifbar. Konkrete, altersgerechte Bilder helfen mehr als lange Erklärungen: ein Buch zum Thema, ein Blick auf den wachsenden Bauch, das gemeinsame Vorbereiten des Kinderzimmers.

Ist es schwieriger, während der Schwangerschaft schon ein Kleinkind zu betreuen?

Ehrlich gesagt: ja, meistens. Übelkeit oder Erschöpfung lassen sich mit einem Kleinkind im Haus schwerer wegstecken als beim ersten Kind, wo noch mehr Ruhe möglich war. Das ist kein Zeichen, dass etwas falsch läuft, sondern schlicht eine andere Ausgangslage – Unterstützung aus dem Umfeld ist hier besonders wertvoll.

Geschrieben von Bastian und Regina

Wir sind Eltern von drei Kindern und schreiben seit 2018 auf Oh Happy Kids über unseren Familienalltag aus Norddeutschland — eigene Erfahrung kennzeichnen wir im Text, alles andere ist sorgfältig recherchiert.