Fliegen mit Kindern – Wenn das Anschnallen zu einer Krise führt

In unserem Artikel über den ersten Urlaub mit Baby haben wir ja bereits über die Erfahrungen im Hotel & am Strand berichtet.

In diesem Artikel wollen wir uns die Reise zum Urlaubsziel näher anschauen. Hier haben wir auf den mittlerweile 6 Flügen in den ersten zwei Lebensjahren immer wieder andere Erfahrungen gemacht.

Man kann also nicht von DEM FLIEGEN mit Kindern sprechen. Vielmehr muss man sich immer wieder einer neuen Situation und einer neuen Herausforderung stellen.

Buggy / Kinderwagen am Schalter anmelden

Bei unserem ersten Flug hätten wir beinahe schon vor dem Start einen großen Fehler gemacht – aus reiner Unwissenheit.

Weil wir nur mit Handgepäck fliegen wollten, haben wir uns ganz bequem online eingecheckt, aber keine Gedanken um das Anmelden unseres Kinderwagens gemacht.

Am Flughafen angekommen sind wir dann direkt zur Sicherheitskontrolle gelaufen – wir wollten ja keine Zeit verlieren. Dort schickte man uns jedoch direkt wieder weg.

Ein Kinderwagen muss immer mit einem Label der Airline versehen werden.

Das war uns so gar nicht bewusst. Also rannten wir im Stechschritt zum nächsten Lufthansa Schalter, der natürlich wie immer am anderen Ende des Flughafens war...

Dort ging glücklicherweise aber alles ganz schnell, sodass wir uns schon nach wenigen Minuten wieder auf den Rückweg machen konnten.

Wenn man einmal die Erfahrung gemacht hat, dann weiß man auch wozu dieses Label gut ist. Während man in Hamburg (und an vielen anderen Flughäfen auch) den Kinderwagen vor dem Flug bis zum Gate mitnehmen kann und diesen dann erst kurz vor dem Einsteigen abgegeben wird, muss man ihn nach dem Flug an der Gepäckausgabe abholen.

Nur durch das Label und dem darauf befindlichen Barcode kann eine Zuordnung erfolgen, auf welchem Band der Gepäckausgabe die Kinderwagen ankommen sollen.

Kinder bis 2 Jahre fliegen kostenlos

Zuerst einmal die Basics. Wie lief denn nun der erste Flug? Und wie sieht es mit Kindern und dem Fliegen allgemein aus?

Kinder bis zu einem Alter von 2 Jahren können auf dem Schoß der Eltern fliegen. Erst danach brauchen sie einen eigenen Sitz und müssen dafür dann den vollen Preis bezahlen.

Vor dem Start gehen die Flugbegleiter durch den Flieger und verteilen für jedes Kind unter 2 Jahren einen extra Gurt sowie eine eigene Schwimmweste.

Je nach Vorbereitung der Crew und Anzahl der Kinder an Bord, kann es sein, dass du den Gurt und die Schwimmweste auch bereits beim Einsteigen bekommst. Wir haben da unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Falls du das Gefühl hast, dass sie euch vergessen, dann sprich die Flugbegleiter einfach rechtzeitig an. In der Regel versorgen sie sich dann ziemlich schnell mit dem fehlenden Equipment und du kannst deinem Kind den Gurt schon einmal zeigen.

Die Verwendung ist super einfach. An dem extra Gurt ist eine Schlaufe, durch die du einfach deinen eigenen Gurt ziehst. Der Verschluss ist identisch zu den normalen Verschlüssen in Flugzeugen.

Tipp: Dieser Verschluss eignet sich in der Luft – sofern die Anschnallzeichen aus sind – auch als gute Spielzeug. Wir wussten nicht, mit welch einer Ausdauer man den Gurt öffnen und wieder schließen kann, bis unser Sohn uns eines besseren belehrte.

Verspätung, Verzögerung und weitere Stimmungskiller

Während unser Sohn auf dem Hinflug die meiste Zeit ruhig geschlafen und gespielt hatte, begann der Rückflug direkt mit Verzögerungen.

Nach erfolgreichem Boarding mussten wir geschlagene 20 Minuten auf dem Rollfeld stehen, weil der nächste freie Abflug-Slot vom Tower terminiert wurde. Schon ohne Kinder kommt einem diese Zeit endlos vor – mit Kindern wird diese Zeit aber noch einmal viel viel länger. Irgendwann sieht man aus dem kleinen Flugzeugfenster nämlich keine neuen Autos, Flugzeuge oder andere spannende Objekte, sodass schnell Unzufriedenheit entsteht. Hier ist dann die Kreativität der Eltern gefragt, um die Zeit der Langeweile zu überbücken.

Und dann der nächste Super-Gau: Unser kleiner war während der Warterei so müde, dass er sich an uns kuschelte und einfach einschlief. Eigentlich gar nicht schlimm, wenn dieser Schlaf dann auch nach dem Start weitergehen würde.

Aber diese Wunschvorstellung platzte schnell. Pünktlich zum Start war der kurze Mittagsschlaf dann so schnell vorbei, wie er begonnen hatte. Und jeder weiß, dass Kinder auch mit einem Power-Napp locker genug Energie für die nächsten 1-2 Stunden getankt haben.

Für uns bedeutete dies: Während des knapp 3-stündigen Fluges mussten wir für Unterhaltung sorgen.

Das gelang uns im Wechsel auch sehr gut. Abgesehen von einer genervten Frau in der Reihe vor uns hatten wir einen ruhigen und entspannten Flug.

Alle anschnallen bitte!

Als dann beim Landeanflug die Anschnallzeichen angingen, kippte die Stimmung schlagartig. Unser Nachwuchs wollte partout nicht angeschnallt werden und machte lautstark auf sich aufmerksam.

Es dauerte einige Minuten – die sich in diesem Moment wie eine halbe Ewigkeit anfühlten – bis wir ihm verständlich machen konnten, dass alle Passagiere angeschnallt sind.

Glücklicherweise gibt es beim Landen jede Menge zu sehen. Fliegende Wolken in unterschiedlichsten Formen, Häuser, Autos und Straßen.

Am allerbesten hat aber die Frage: „Wo ist Opas Auto?“ funktioniert. Viele Male konnten wir dieses Spiel spielen und kamen der Landung dadurch immer näher. Auf dem Rollfeld angekommen, gab es dann auch genügend Ablenkung, sodass wir die letzten Minuten problemlos überbrücken konnten.

Wir sind super stolz, wie unser Sohn das Fliegen bisher gemeistert hat. Wie waren die ersten Flüge bei euch?

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