Unser erster gemeinsamer Urlaub zu viert – für uns als Paar noch immer ein ziemlich verrücktes Gefühl, dass plötzlich zwei kleine Jungs mit uns die Welt bereisen. Bislang waren wir mit unserem großen Sohn nur nach München und Mallorca geflogen, alles problemlos. Im Februar 2020, kurz vor der Corona-Pandemie, haben wir uns dann für unseren ersten echten Langstreckenflug entschieden: zehn Tage nach Dubai, mit einem Zweijährigen und einem Siebenmonatigen im Gepäck.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Nachmittagsflug passte gut zum Tagesrhythmus unseres Großen.
- Priority-Boarding mit Kindern sichert dir noch Platz im Gepäckfach über dem Sitz.
- Zuckerfreie Kaugummis halfen unserem Großen gegen den Ohrendruck beim Start.
- Ein einteiliger Buggy lässt sich bei den meisten Airlines kostenlos mitnehmen.
- Vor dem Start schlafen lassen statt sofort Bildschirmzeit anzubieten, verlängert die Ausdauer am Abend.
In der Vorbereitung gelassen bleiben
Schon bei der Beantragung der Kinderreisepässe kam der erste Kommentar: “Na, Sie haben ja Nerven, mit zwei kleinen Kindern einen Langstreckenflug anzutreten.” Auch von Bekannten kamen ähnliche Fragen. Wir sind trotzdem entspannt geblieben – die Alternative wäre gewesen, aus Angst gar nicht erst zu fliegen, und das war für uns keine Option.
Die richtige Wahl der Flugzeit
Wir haben uns für den Nachmittagsflug um 15 Uhr entschieden, sowohl hin als auch zurück, mit Emirates von Hamburg nach Dubai. Für uns war das die perfekte Zeit: Unser großer Sohn macht in der Regel keinen Mittagsschlaf mehr, hat aber am späten Nachmittag – gerade bei Autofahrten – einen kleinen Durchhänger und schläft dann gut. Unser Kleiner, mit seinen 7 Monaten, schlief ohnehin noch alle 2 bis 3 Stunden nach Bedarf.
Mit Kindern durften wir am Priority-Boarding teilnehmen, zusammen mit den Business-Class-Gästen. Das würde ich immer wieder so machen, auch wenn manche davon abraten: So bleibt wenigstens die Chance, das Handgepäck noch im Fach über der eigenen Sitzreihe zu verstauen – bei vollem Flieger und Kleinkindern im Schlepptau ein echter Unterschied.
Praktischer Hinweis: Ein einteiliger Kinderwagen oder Buggy lässt sich bei den meisten Airlines kostenlos mitnehmen (bei uns getestet: Lufthansa, Eurowings, Emirates). Er muss bei der Gepäckabgabe angemeldet werden – je nach Airline und Flughafen geht es dann bis zum Gate oder als Sperrgepäck auf, zurück gibt es ihn am Kofferband.
Beim Flug mit Baby lohnt es sich außerdem, nach der ersten Sitzreihe hinter der Trennwand zu fragen – dort gibt es meist mehr Beinfreiheit und teils ein einhängbares Babybett. Unser Sohn passte mit 7 Monaten knapp hinein, hat aber lieber auf mir geschlafen.
Für den Start haben wir unseren Großen mit zuckerfreien Kinderkaugummis ausgestattet – Kauen half ihm zuverlässig gegen den Ohrendruck.
Schlafen, Bordentertainment und Bewegung
Bevor wir unserem Großen den Bildschirm gezeigt haben, haben wir versucht, ihn zum Schläfchen zu bewegen – so hält er abends länger durch. Mein Mann hat ihm nach dem Start eine Geschichte erzählt, und er ist tatsächlich für die ersten anderthalb Stunden der insgesamt 6,5-stündigen Flugzeit eingeschlafen. Unser Kleiner war zu dem Zeitpunkt fürs Bordentertainment noch zu jung; auf meinem Arm, während des Stillens beim Start, ist auch er eingeschlafen – beide Kinder gleichzeitig, ein echter Glücksfall.
Nach den Nickerchen waren beide wach und forderten Beschäftigung ein: Unser Großer schaute sich einen Film an, mit dem Kleinen unternahm mein Mann einen Rundgang durchs Flugzeug – besonders spannend war die Treppe zur First- und Business-Class im A380. Gegen Ende des Flugs waren wir abwechselnd mit den Kindern in Bewegung oder am Lesen, und die Zeit verging insgesamt entspannter, als wir vorher befürchtet hatten.
Wie unser Urlaub in Dubai selbst verlaufen ist, erzählen wir in unserem Artikel Urlaub mit Kindern in Dubai.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter ist ein Langstreckenflug mit Baby unproblematisch?
Es gibt keine feste Altersgrenze – unser Sohn ist mit 7 Monaten geflogen und hat es gut gemeistert. Wichtiger als das genaue Alter ist, ob dein Baby schon fliegen war und wie es auf Druckveränderungen reagiert. Ein vorheriger Kurzstreckenflug kann als Test dienen, ist aber keine Pflicht.
Wie hilft man Kindern gegen Ohrendruck beim Start und der Landung?
Schlucken oder Kauen hilft den meisten Kindern, den Druck im Mittelohr auszugleichen – zuckerfreier Kaugummi bei älteren Kindern, bei Babys das Stillen oder die Flasche genau während Start und Landung. Wach halten für diesen Moment lohnt sich, auch wenn das Baby sonst gerade schläft.
Sollte man einen Kurzstreckenflug vorher testen?
Kann helfen, ist aber kein verlässlicher Indikator – ein einzelner schlechter Flug sagt wenig über den nächsten aus, Kinder reagieren von Tag zu Tag unterschiedlich. Wer sich davon abhalten lässt, verpasst am Ende oft mehr, als ein missglückter Testflug rechtfertigen würde.
Wie bekommt man den Kinderwagen kostenlos mit an Bord?
Bei den meisten Airlines lässt sich ein einteiliger Buggy kostenlos mitnehmen, muss aber bei der Gepäckabgabe angemeldet werden. Je nach Airline und Flughafen kann er bis zum Gate mitgenommen oder als Sperrgepäck aufgegeben werden – am Zielflughafen gibt es ihn dann am Kofferband zurück.
Wie plant man die beste Abflugzeit mit kleinen Kindern?
Am Tagesrhythmus des Kindes orientieren, nicht am günstigsten Ticketpreis. Ein Nachmittagsflug passt gut, wenn dein Kind ohnehin einen späten Durchhänger hat und dann im Flugzeug leichter einschläft als tagsüber.



