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Kindergesundheit

Häufige Kinderkrankheiten: Wie Du sie erkennen kannst

Bastian und Regina Aktualisiert am 13. September 2026 15 Min. Lesezeit
Häufige Kinderkrankheiten

Dein Kind ist heiß, quengelig, hat rote Flecken – und du sitzt mit dem Handy da und versuchst herauszufinden, ob das jetzt harmlos ist oder nicht. Wir kennen das zur Genüge, besonders aus den ersten beiden Kita-Jahren, in denen gefühlt jede Woche etwas Neues ins Haus kam.

Dieser Leitfaden ordnet die häufigsten Kinderkrankheiten ein: woran du sie erkennst, wie sie verlaufen, wie lange dein Kind ansteckend ist und – am wichtigsten – bei welchen Zeichen du nicht abwarten solltest.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Fast alle klassischen Kinderkrankheiten sind viral. Antibiotika helfen dagegen nicht. Die Ausnahme ist Scharlach, ausgelöst von Streptokokken.
  • Fieber ist keine Krankheit, sondern die Antwort des Körpers darauf. Behandelt wird das Kind, nicht die Zahl auf dem Thermometer.
  • Ansteckend sind Kinder meist schon vor dem Ausschlag – deshalb lässt sich die Weitergabe im Kindergarten kaum verhindern.
  • Impfungen sind der wirksamste Schutz, und der Impfkalender hat sich zuletzt spürbar geändert.
  • ASS (Aspirin) ist für Kinder tabu. Zur Fiebersenkung gibt es Paracetamol und Ibuprofen.

Typische Symptome und Anzeichen

Fieber ist oft der erste Hinweis. Ab 38,5 °C spricht man bei Kindern von Fieber, dazwischen von erhöhter Temperatur. Wichtiger als der Messwert ist aber der Gesamteindruck: Ein Kind mit 39,2 °C, das noch Quatsch macht und trinkt, beunruhigt uns weniger als eines mit 38,4 °C, das nur noch apathisch auf dem Sofa liegt.

So halten wir es bei uns:

  1. Über 39 °C und das Kind leidet sichtbar → Fiebersaft.
  2. Komplett matschig und quengelig → Fiebersaft auch früher.
  3. Fieber allein, aber das Kind spielt → erst mal beobachten und viel zu trinken anbieten.

Unsere Kinderärztin sagt es so: Mit leichtem Fieber arbeitet der Körper gegen die Infektion. Wenn das Fieber das Kind quält, ist Senken sinnvoll – nicht, um die Zahl zu drücken, sondern damit es trinkt und schläft.

Hautausschläge treten in verschiedenen Formen auf: großflächige rote Flecken, kleine Bläschen, juckende Pusteln, feiner rauer Ausschlag. Das Muster ist oft der entscheidende Hinweis auf die Krankheit.

Geschwollene Lymphknoten am Hals, in den Achseln oder in der Leiste zeigen, dass das Immunsystem arbeitet. Für sich genommen sind sie kein Alarmzeichen.

Kopf- und Gliederschmerzen begleiten viele Infekte. Ein kleineres Kind sagt das selten so – es will getragen werden, mag nicht laufen oder jammert beim Anziehen.

SymptomMögliche Anzeichen
FieberErhöhte Körpertemperatur, Müdigkeit, glasige Augen
HautausschlagRote Flecken, Bläschen, Pusteln, raue Haut
Geschwollene LymphknotenTastbare Schwellungen am Hals, in Achseln oder Leiste
KopfschmerzenKind fasst sich an den Kopf, will sich hinlegen, meidet Licht
GliederschmerzenBewegungsunlust, Jammern bei Berührung, will getragen werden

Die häufigsten Kinderkrankheiten

Spätestens mit dem Kita-Start geht es los. Und anders als der Volksmund sagt: Es sind fast durchgehend Viren, keine Bakterien.

Masern. Hochansteckend, hohes Fieber, zunächst Schnupfen und Bindehautentzündung, dann ein großfleckiger roter Ausschlag, der hinter den Ohren beginnt und sich nach unten ausbreitet. Typisch sind weiße Flecken an der Wangenschleimhaut. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit: Lungen- und Gehirnentzündungen kommen vor, und in seltenen Fällen tritt Jahre später eine tödlich verlaufende Spätkomplikation auf. In Deutschland gilt seit 2020 die Masern-Nachweispflicht für Kita und Schule.

Röteln. Meist milder als Masern, hellrosa kleinfleckiger Ausschlag, geschwollene Lymphknoten im Nacken. Das eigentliche Problem sind Röteln nicht für das Kind, sondern für ungeschützte Schwangere im ersten Drittel.

Mumps. Der Hamsterbacken-Klassiker: Die Ohrspeicheldrüsen schwellen an, Kauen tut weh, dazu Fieber und Kopfschmerzen. Bei Jungen nach der Pubertät kann eine Hodenentzündung dazukommen.

Windpocken. Juckende Bläschen in allen Stadien nebeneinander – das ist das Erkennungsmerkmal. Startet oft am Rumpf und im Gesicht, auch die behaarte Kopfhaut ist betroffen. Das Virus bleibt lebenslang im Körper und kann Jahrzehnte später als Gürtelrose zurückkommen.

Scharlach. Die Ausnahme: eine bakterielle Infektion durch Streptokokken. Fieber, starke Halsschmerzen, ein feiner Ausschlag, der sich wie Sandpapier anfühlt, und die typische Erdbeerzunge. Um den Mund herum bleibt die Haut blass. Wird mit Antibiotika behandelt, und zwar konsequent über die volle verordnete Dauer.

Ringelröteln. Auch Fünfte Krankheit genannt – das ist dieselbe Erkrankung, nicht zwei verschiedene. Erst leuchtend rote Wangen, als hätte jemand draufgeschlagen (daher der englische Name „slapped cheek”), dann ein girlanden- oder ringförmiges Muster an Armen, Beinen und Rumpf. Für das Kind meist harmlos. Für Schwangere in der ersten Schwangerschaftshälfte nicht.

Drei-Tage-Fieber. Der Klassiker im zweiten Lebensjahr und einer der häufigsten Auslöser für Fieberkrämpfe: drei Tage hohes Fieber ohne erkennbaren Grund, dann fällt das Fieber und ein blasser Ausschlag erscheint. Wenn der Ausschlag kommt, ist es vorbei.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Bläschen an Händen, Füßen und im Mund, oft mit Fieber. Der Mund tut so weh, dass viele Kinder das Trinken verweigern – darauf solltest du achten, Austrocknung ist hier das eigentliche Risiko.

KrankheitErregerHauptsymptomeBehandlung
MasernVirusHohes Fieber, großfleckiger Ausschlag ab hinter den OhrenSymptomatisch, Bettruhe, Flüssigkeit; ärztliche Begleitung
RötelnVirusHellrosa Ausschlag, Lymphknoten im NackenRuhe, Flüssigkeit, bei Bedarf Schmerzmittel
MumpsVirusGeschwollene Ohrspeicheldrüsen, FieberRuhe, Flüssigkeit, Schmerzmittel, kühle Umschläge
WindpockenVirusJuckende Bläschen in verschiedenen StadienJuckreizlinderung, Fiebersenkung, Nägel kurz halten
ScharlachBakteriumFieber, Halsschmerzen, sandpapierartiger AusschlagAntibiotikum, vollständig zu Ende geben
RingelrötelnVirusRote Wangen, danach girlandenförmiges MusterMeist keine nötig
Drei-Tage-FieberVirus3 Tage hohes Fieber, danach blasser AusschlagFiebersenkung, viel trinken
Hand-Fuß-MundVirusBläschen an Händen, Füßen, im MundKühles Weiches essen, aufs Trinken achten

Verlauf und Komplikationen

Die meisten Kinderkrankheiten folgen demselben Muster:

  1. Inkubationszeit – infiziert, aber noch symptomfrei
  2. Prodromalstadium – unspezifische Zeichen wie Fieber, Abgeschlagenheit, Schnupfen
  3. Hauptstadium – die charakteristischen Symptome, meist der Ausschlag
  4. Abklingphase – die Symptome lassen nach

Diese Komplikationen solltest du kennen:

Fieberkrämpfe treten bei etwa drei bis fünf von hundert Kindern zwischen sechs Monaten und fünf Jahren auf, meist beim schnellen Fieberanstieg. Sie sehen dramatisch aus und sind in den allermeisten Fällen folgenlos. Was du tust: auf die Uhr sehen, das Kind auf den Boden legen, damit es nicht fällt, nichts in den Mund stecken, nicht festhalten. 112 rufen, wenn der Krampf länger als fünf Minuten dauert, wenn es der erste ist, wenn er sich wiederholt oder wenn das Kind danach nicht richtig wach wird. Ein erster Fieberkrampf gehört immer am selben Tag ärztlich angesehen.

Hirnhautentzündung (Meningitis). Selten, aber gefürchtet. Nackensteifigkeit, starke Kopfschmerzen, Lichtscheu, Erbrechen. Bei Säuglingen sieht es anders aus: schrilles Schreien, vorgewölbte Fontanelle, auffällige Schlappheit. Punktförmige Hauteinblutungen, die sich mit einem Glas nicht wegdrücken lassen, sind ein Notfall.

Lungenentzündung und Mittelohrentzündung kommen als Folgeinfektionen vor, gerade nach Masern oder einem verschleppten Infekt.

KomplikationSymptomeWas tun?
FieberkrampfZuckungen, Bewusstseinsverlust, BlauwerdenSichern, Zeit stoppen, ab 5 Minuten 112
MeningitisNackensteife, Kopfschmerz, Lichtscheu, PetechienSofort 112
LungenentzündungAtemnot, schnelle Atmung, anhaltender HustenUmgehend ärztlich
MittelohrentzündungOhrenschmerzen, Fieber, Greifen ans OhrKinderarztpraxis
AustrocknungKeine nasse Windel, trockener Mund, ApathieUmgehend ärztlich

Die meisten Verläufe sind unkompliziert. Und viele dieser Krankheiten macht dein Kind nur einmal durch.

Impfungen und Prävention

Impfungen sind der wirksamste Schutz, den es gibt. Der Impfkalender hat sich zuletzt deutlich geändert – wenn dein erstes Kind vor ein paar Jahren geimpft wurde, stimmt der Plan von damals nicht mehr.

Zwei Änderungen sind besonders relevant: Die Sechsfachimpfung läuft seit einigen Jahren im 2+1-Schema (zwei Dosen plus Auffrischung statt drei plus Auffrischung). Und die Meningokokken-B-Impfung ist seit 2026 Standardimpfung für alle Säuglinge, während die Meningokokken-C-Impfung mit zwölf Monaten entfallen ist – stattdessen gibt es mit 12 bis 14 Jahren eine Impfung gegen die Typen A, C, W und Y.

AlterEmpfohlene Standardimpfungen
Ab 6 WochenRotaviren (Schluckimpfung, 2 oder 3 Dosen je nach Impfstoff)
2 Monate6-fach (Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hib, Hepatitis B, Polio), Pneumokokken, Meningokokken B
4 Monate6-fach, Pneumokokken, Meningokokken B
11 Monate6-fach, Pneumokokken, Meningokokken B (jeweils Abschluss) sowie MMR und Varizellen (1. Dosis)
15 MonateMMR und Varizellen (2. Dosis)
12–14 JahreMeningokokken ACWY, HPV (ab 9 Jahren)

Neben Impfungen hilft das Unspektakuläre: Händewaschen, in die Armbeuge niesen, Spielzeug und Türklinken regelmäßig reinigen, bei Krankheit zu Hause bleiben. Und was zum Immunsystem tatsächlich beiträgt, ist weniger ein Wundermittel als der Alltag – ausgewogenes Essen, genug Schlaf und Bewegung an der frischen Luft. Ideen dafür haben wir bei den Outdoor-Aktivitäten für Kinder gesammelt.

Wenn du Bedenken zu Impfungen hast, ist die Kinderarztpraxis der richtige Ort dafür – nicht ein Forum.

Ansteckung, Inkubationszeit und Quarantäne

Das Frustrierende an Kinderkrankheiten: Ansteckend sind Kinder fast immer schon, bevor man etwas sieht. Deshalb lässt sich die Weitergabe in einer Kita realistisch kaum verhindern.

Übertragen wird über Tröpfchen beim Husten und Sprechen, über Schmierinfektion an Oberflächen und Spielzeug sowie über direkten Kontakt.

KrankheitInkubationszeitAnsteckend bis
Windpocken14–21 Tagealle Bläschen verkrustet sind
Masern8–14 Tage4 Tage nach Beginn des Ausschlags
Mumps16–18 Tage9 Tage nach Beginn der Schwellung
Röteln14–21 Tage7 Tage nach Beginn des Ausschlags
Scharlach2–5 Tage24 Stunden nach Beginn der Antibiotika
Ringelröteln4–14 TageBeginn des Ausschlags – danach nicht mehr
Hand-Fuß-Mund3–10 TageSymptomende, Virus im Stuhl noch Wochen

Wenn im Umfeld Schwangere oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind, sag ihnen früh Bescheid. Bei Röteln, Ringelröteln und Windpocken zählen in der Schwangerschaft manchmal wenige Tage.

Behandlung und Pflege zu Hause

Bei den meisten Kinderkrankheiten geht es nicht darum, die Krankheit zu bekämpfen, sondern die Zeit erträglich zu machen.

MaßnahmeWomitWorauf achten
Fieber senkenParacetamol oder Ibuprofen, nach Gewicht dosiertKein ASS/Aspirin. Nicht beide Wirkstoffe abwechseln ohne ärztliche Ansage
WadenwickelLauwarm, nicht kaltNur bei warmen Händen und Füßen. Bei kalten Extremitäten oder Schüttelfrost wirken sie nicht und belasten den Kreislauf
Juckreiz lindernKühle Umschläge, Lotionen aus der ApothekeFingernägel kurz schneiden, notfalls Baumwollhandschuhe nachts
HalsschmerzenKühles, weiches Essen, viel trinkenBei Trinkverweigerung ärztlich abklären
FlüssigkeitWasser, ungesüßter Tee, verdünnte SaftschorleLieber oft kleine Mengen als selten viel

Nicht jede Krankheit klingt von allein ab. Bei bakteriellen Infektionen wie Scharlach gehört ein Antibiotikum dazu, und dann bitte über die gesamte verordnete Dauer – auch wenn es nach zwei Tagen wieder gut aussieht.

Zu Hausmitteln: Manches hilft, vieles ist einfach angenehm, und ein paar Dinge haben Einschränkungen, die man kennen sollte.

HausmittelAnwendungEinschränkung
Honig gegen nächtlichen Husten1 Teelöffel vor dem SchlafenErst ab 1 Jahr – davor Gefahr von Säuglingsbotulismus
Warme GetränkeTee, Milch, BrüheUngesüßt, nicht heiß
KamillenteeTrinken oder gurgelnNicht bei Korbblütler-Allergie, nicht in die Augen
ZwiebelsäckchenAufs Ohr legen, nicht ins OhrLindert Schmerz, ersetzt keine Behandlung der Mittelohrentzündung
HühnersuppeWarm essenWirkt vor allem über Wärme und Flüssigkeit

Und dann das Wichtigste, das in keiner Tabelle steht: Ruhe, Nähe und jemand, der da ist. Ein krankes Kind will meistens vor allem getragen und vorgelesen bekommen – ein guter Moment für die Kinderbücher zum Vorlesen.

Welche Krankheit in welchem Alter?

Säuglinge (0–12 Monate) haben noch Nestschutz gegen manches, sind aber generell anfällig: Erkältungen, Magen-Darm-Infekte, Mittelohrentzündungen, RSV.

Kleinkinder (1–3 Jahre) erwischt es am häufigsten – die Phase, in der alles in den Mund wandert und die Kita dazukommt: Drei-Tage-Fieber, Hand-Fuß-Mund, Windpocken, Magen-Darm.

Kindergarten- und Schulkinder (4–12 Jahre) treffen auf mehr Kontakte: Scharlach, Ringelröteln, Läuse, Bindehautentzündungen.

KrankheitHäufigste AltersgruppeBesonderheit
Drei-Tage-Fieber6 Monate – 2 JahreHäufiger Auslöser von Fieberkrämpfen
Hand-Fuß-Mund1–4 JahreTrinkverweigerung im Blick behalten
Windpocken2–10 JahreSehr ansteckend, durch Impfung seltener
Ringelröteln4–10 JahreMeist mild, Risiko für Schwangere
Scharlach5–15 JahreKann mehrfach auftreten
Masern, Mumps, Rötelndurch Impfung seltenVerlauf bei Erwachsenen schwerer

Dass Kinder in den ersten Kita-Jahren oft krank sind, ist normal: acht bis zwölf Infekte im Jahr sind in dieser Phase kein Auffälligkeitsbefund. Mit dem Alter werden die Abstände größer. Wie du den Start entspannter hinbekommst, steht in unserer Kita-Start Checkliste und bei der Eingewöhnung im Kindergarten.

Immunität – einmal und nie wieder?

Bei Masern, Mumps, Röteln und Windpocken hinterlässt eine durchgemachte Infektion in aller Regel lebenslangen Schutz. Bei anderen nicht.

KrankheitImmunitätBesonderheit
MasernLebenslangZweitinfektionen sehr selten
WindpockenMeist lebenslangVirus bleibt im Körper, Gürtelrose später möglich
ScharlachKeine dauerhafteMehrfacherkrankungen möglich, verschiedene Toxintypen
KeuchhustenZeitlich begrenztAuffrischimpfungen nötig, auch für Erwachsene
Drei-Tage-FieberMeist einmaligZwei Virustypen, selten zweimal

Ein Sonderfall sind die Windpocken: Das Virus zieht sich nach der Erkrankung in Nervenknoten zurück und kann Jahrzehnte später als Gürtelrose zurückkommen, vor allem bei geschwächtem Immunsystem.

Risiken für Schwangere

Einige Infektionen, die für Kinder harmlos sind, sind es für Ungeborene nicht.

KrankheitHöchstes RisikoMögliche Folgen
RötelnErstes TrimesterFehlbildungen an Herz, Augen, Ohren, Gehirn; Fehlgeburt
WindpockenFrühe Schwangerschaft und um den GeburtsterminFehlbildungen, schwerer Verlauf bei Mutter und Neugeborenem
RingelrötelnErste SchwangerschaftshälfteSchwere Blutarmut beim Ungeborenen
Zytomegalie (CMV)Gesamte SchwangerschaftHörschäden, Entwicklungsstörungen

Was hilft: Impfstatus vor einer geplanten Schwangerschaft prüfen und fehlende Lebendimpfungen mindestens einen Monat vorher nachholen – während der Schwangerschaft sind MMR und Varizellen nicht möglich. Dazu Händehygiene, besonders im Umgang mit Kleinkindern (CMV überträgt sich über Speichel und Urin), und kein Besteck oder Getränk mit Kleinkindern teilen.

Wenn du schwanger bist und Kontakt zu einem erkrankten Kind hattest: zeitnah in der gynäkologischen Praxis melden, nicht erst beim nächsten Termin. Bei manchen dieser Infektionen lässt sich innerhalb weniger Tage etwas tun.

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Häufige Fragen

Ab welcher Temperatur hat mein Kind Fieber?

Ab 38,5 °C spricht man bei Kindern von Fieber, zwischen 37,5 und 38,5 °C von erhöhter Temperatur. Entscheidend ist aber nicht die Zahl allein, sondern wie es deinem Kind geht. Ein Kind mit 39 °C, das trinkt und spielt, ist weniger besorgniserregend als ein Kind mit 38,5 °C, das teilnahmslos wird. Bei Säuglingen unter drei Monaten gilt eine strengere Regel: Fieber ab 38 °C gehört immer am selben Tag ärztlich abgeklärt.

Sind Kinderkrankheiten Viren oder Bakterien?

Die klassischen Kinderkrankheiten – Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Ringelröteln, Drei-Tage-Fieber – sind alle viral. Antibiotika helfen dagegen nicht. Die große Ausnahme ist Scharlach: Der wird von Streptokokken ausgelöst, also von Bakterien, und wird deshalb mit Antibiotika behandelt.

Darf ich meinem Kind Honig gegen Husten geben?

Erst ab einem Jahr. Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten, die im unreifen Säuglingsdarm auskeimen und den lebensgefährlichen Säuglingsbotulismus auslösen können. Das gilt für jede Form von Honig, auch für erhitzten und für Bio-Honig. Ab dem ersten Geburtstag ist Honig unproblematisch und bei nächtlichem Husten sogar erstaunlich gut belegt.

Was mache ich bei einem Fieberkrampf?

Ruhe bewahren, auf die Uhr schauen, das Kind auf den Boden legen, damit es nicht fallen kann, und nichts in den Mund stecken. Notruf 112 wählen, wenn der Krampf länger als fünf Minuten dauert, wenn es der erste Krampf ist, wenn er sich kurz darauf wiederholt oder wenn dein Kind danach nicht richtig wach wird. Auch ein kurzer, folgenloser Fieberkrampf sollte noch am selben Tag ärztlich abgeklärt werden.

Wie lange ist mein Kind ansteckend?

Das hängt von der Krankheit ab und beginnt fast immer, bevor der Ausschlag auftaucht. Windpocken: bis alle Bläschen verkrustet sind. Masern: bis vier Tage nach Beginn des Ausschlags. Scharlach: bis 24 Stunden nach Beginn der Antibiotika. Ringelröteln: nur davor, mit dem Ausschlag ist die Ansteckungszeit vorbei. Für Kita und Schule gilt zusätzlich das Infektionsschutzgesetz – bei Masern, Scharlach, Windpocken und Keuchhusten musst du die Einrichtung informieren.

Warum ist mein Kind seit dem Kita-Start dauernd krank?

Weil das der Normalfall ist. Acht bis zwölf Infekte im Jahr sind in den ersten Kita-Jahren nicht auffällig, sondern erwartbar. Das Immunsystem lernt gerade eine Menge auf einmal. Was du im Blick behalten solltest, sind nicht die Anzahl, sondern die Art: ungewöhnlich schwere Verläufe, immer wieder dieselbe bakterielle Infektion oder fehlende Gewichtszunahme gehören abgeklärt.

Welche Kinderkrankheiten sind für Schwangere gefährlich?

Vor allem Röteln, Ringelröteln, Windpocken und Zytomegalie. Wenn du schwanger bist und Kontakt zu einem erkrankten Kind hattest, informiere zeitnah deine Frauenärztin – nicht erst beim nächsten Routinetermin. Bei einigen dieser Infektionen lässt sich innerhalb weniger Tage etwas tun, danach nicht mehr.

Geschrieben von Bastian und Regina

Wir sind Eltern von drei Kindern und schreiben seit 2018 auf Oh Happy Kids über unseren Familienalltag aus Norddeutschland — eigene Erfahrung kennzeichnen wir im Text, alles andere ist sorgfältig recherchiert.