Familienalltag mit drei Kindern aus Norddeutschland
Kinderschlaf

Familienbett - Eine Wohlfühloase für Eltern & Kinder

Bastian und Regina Aktualisiert am 9. September 2026 7 Min. Lesezeit
Familienbett als Wohlfühloase für Kinder & Eltern

Ist ein riesiges Familienbett der neue Trend in den Eltern-Schlafzimmern? Ja, Nein oder gibt es auch ein Jaein? Ein gemeinsames Bett für die ganze Familie ist ein häufig diskutiertes Thema und polarisiert - gerade Generationsübergreifend. Während vergangene Generationen häufig sehr streng waren und die Babys so schnell wie möglich ins eigene Bett ausquartiert haben, ist unsere Generation dabei deutlich entspannter.

Wir gehören zum Team Jaein, denn unsere Jungs schlafen zunächst jeweils in ihren eigenen Betten ein. Dort haben wir jeweils ein Babyphone aufgestellt, sodass wir die Beiden im Blick haben, während wir unseren Feierabend genießen.

Auch der Mittagsschlaf wird im eigenen Bett gemacht, sodass unser Familienbett erst am späten Abend bzw. in der Nacht unser Treffpunkt für die gesamte Familie ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Sicher ist das Familienbett nur unter Bedingungen: kein Rauchen, kein Alkohol, keine schläfrig machenden Medikamente, keine extreme Übermüdung.
  • Nie auf Sofa oder Sessel mit dem Baby einschlafen – das ist die gefährlichste Form des gemeinsamen Schlafens.
  • Eigener Schlafsack statt gemeinsamer Decke, feste Matratze, 16 bis 18 °C, kein Kissen in Babynähe.
  • Die Besucherritze zwischen zwei Matratzen schließt ein durchgehender Topper oder ein Ritzenfüller.
  • Das Baby gehört an den Bettrand neben die Mutter, nicht zwischen beide Elternteile.
  • Rausfallschutz ist Pflicht – anders als im Babybett gibt es hier keine Gitterstäbe.

Was ist eigentlich ein Familienbett?

Beginnen wir einmal ganz am Anfang, bei der Definition: In einem Familienbett schlafen alle Familienmitglieder. Also Mama, Papa und die Kids. Man teilt sich das Bett also nicht nur mit seinem Ehepartner, sondern auch mit den Kindern.

In Deutschland wird das Familienbett immer noch häufig belächelt. In anderen Kulturen ist es aber seit Jahrzehnten ganz normal, dass die Familie an einem Ort bzw. in einem Bett schläft.

Es gibt unterschiedliche Varianten eines XXL Familienbetts wie zum Beispiel:

  • Boxspringbett
  • Normales Doppelbett
  • Familienbett mit Stauraum (auch sehr praktisch!)

Ab wann ist ein Familienbett ungefährlich?

Bedenken gibt es häufig gerade im Bereich der Sicherheit für das Baby / für den Säugling – zu Recht, denn gemeinsames Schlafen mit einem Baby ist nur unter bestimmten Bedingungen wirklich sicher. Als klare Ausschlusskriterien gelten laut aktuellen Empfehlungen: Rauchen (auch wenn nur ein Elternteil raucht oder während der Schwangerschaft geraucht hat), Alkohol, Medikamente oder andere Substanzen, die schläfrig machen, sowie extreme Übermüdung. Genauso wichtig: Schlaf niemals mit deinem Baby auf dem Sofa oder im Sessel ein, auch nicht für ein kurzes Nickerchen zwischendurch – das gilt als die gefährlichste Form des gemeinsamen Schlafens.

Sind diese Punkte für euch geklärt, kommen die baulichen Voraussetzungen dazu: eine feste, nicht zu weiche Matratze, eine Raumtemperatur von etwa 16 bis 18 °C und kein Kissen in unmittelbarer Nähe des Babys. Genau deshalb würden wir heute von der Idee abraten, die wir früher selbst hatten: ein Stillkissen als Trennmauer zwischen Baby und Eltern zu legen. Lose Kissen im Schlafbereich eines Babys gelten inzwischen als Erstickungsrisiko, unabhängig davon, wozu sie eigentlich gedacht sind. Ein fester, am Bettrahmen montierter Rausfallschutz ist die sicherere Alternative.

Die zweite Gefahrenquelle sind die Bettdecken. Ein Baby sollte deshalb grundsätzlich in einem eigenen, passend sitzenden Schlafsack schlafen statt unter der gemeinsamen Bettdecke – auch nicht “nur sicherheitshalber mit drunter”. Im riesengroßen Familienbett gibt es mehrere Decken, die zudem ungleich größer sind, sodass die Gefahr besteht, dass eine Bettdecke unbewusst über den Kopf des Kindes gezogen wird.

Das war ehrlich gesagt auch eine große Sorge von uns, und der eigene Schlafsack hat uns diese Sorge weitgehend genommen.

Wer zwei Matratzen zu einem Familienbett zusammenstellt, kennt vermutlich auch die sogenannte Besucherritze: die Lücke zwischen den beiden Matratzen, in die sich ein Baby hineindrehen und verfangen kann. Ein durchgehender, fester Topper über beide Matratzen hinweg – wie wir ihn auch nutzen – oder ein spezieller Schaumstoffkeil (auch „Ritzenfüller” genannt) schließt diese Lücke zuverlässig.

Da Kinder in der Regel früher ins Bett gehen, würden wir für das Familienbett einen Rausfallschutz dringend empfehlen. Bei normalen Babybetten gehört dieser zum Standard, bzw. ist bereits in Form von Gitterstäben fest montiert - im Familienbett musst du selbst für die Sicherheit sorgen.

Wo schläft das Baby im Familienbett?

Beim unserem ersten Kind war die Entscheidung sehr einfach: Unser großer Sohn schlief immer in der Mitte zwischen uns. Damit war er vor dem Rausfallen geschützt und in unmittelbarer Nähe zu uns.

Etwas schwieriger wurde es dann bei unserem zweiten Sohn. Schon während der zweiten Schwangerschaft überlegten wir uns, welche Lösung wohl die beste ist. Schlussendlich kamen wir auf die Idee „anzubauen“ und das Familienbett mit einem einfachen Kinderbett von Ikea zu erweitern.

Somit haben wir nun eine komplett durchgehende Liegefläche zwischen den beiden Außenwänden unseres Schlafzimmers. Der kleine Zwerg kann damit direkt neben seiner Mama schlafen, während der Große weiterhin zwischen uns schlafen kann.

Ein Hinweis dazu im Rückblick: Aktuelle Empfehlungen raten davon ab, ein Baby zwischen beide Elternteile zu legen, weil dann von zwei Seiten Bewegungen, Decken und Körperwärme auf das Kind einwirken. Sicherer ist die Position direkt neben der Mutter am Bettrand – so, wie es bei unserem zweiten Sohn ohnehin der Fall ist. Für unser erstes Kind würden wir das heute genauso lösen.

Welche Vorteile bringt ein Familienbett mit sich?

Sofern das Baby oder Kleinkind noch gestillt wird, spart man sich das häufige Aufstehen - und gleichzeitig auch das aus dem Bett nehmen und wieder in den Schlaf wiegen.

In meinem Fall ist es tatsächlich so, dass ich in guten Nächten gar nicht merke, ob ich unseren jüngsten Sohn gestillt habe oder nicht.

Unser großer Sohn ist ein wilder Träumer und redet manchmal auch im Schlaf. So können wir direkt handeln und unseren Arm beispielsweise um ihn legen. Diese zusätzliche Geborgenheit beruhigt ihn unmittelbar, sodass er weiterschläft. In seinem eigenen Bett wäre er sicherlich das ein oder andere Mal richtig wach geworden.

Eltern, deren Kinder nachts für mehrere Stunden wach sind, wissen, dass man das unbedingt vermeiden sollte ;-).

Wir vertreten auch den Standpunkt, dass wir Eltern ja auch viel lieber gemeinsam in einem Bett schlafen. Die Nähe, das Kuschelige, das gemeinsame Aufwachen am Morgen - all das sind so tolle Eigenschaften.

Wieso sollten unsere Kinder, die gerade in ihren ersten Lebensjahren so, so, so viel lernen und sich so stark entwickeln, gerade nachts alleine in ihrem Zimmer schlafen?

Wie groß ist eigentlich ein Familienbett?

Unser Familienbett war zunächst 2 x 2 Meter plus Baby-Beistellbettchen. Da dies aber innerhalb kurzer Zeit zu klein geworden ist, haben wir unser Familienbett auf die gesamte Breite unseres Schlafzimmers erweitert. So sind wir jetzt bei 2,70 x 2 Meter.

Kinder sind kleine Wusel-Monster. Mal hat man einen Fuß im Gesicht, mal liegt das Baby quer neben einem. Damit diese unterbewussten Turnstunden die Eltern nicht durchgehend vom Schlafen abhalten, ist ein ausreichend breites Bett sehr wichtig. Hier gilt: je breiter, desto besser.

ABER eure Kinder werden sicherlich sowieso immer so nah wie es geht an euch ran Robben, sich einkuscheln oder gar eine Turnstunde absolvieren. 😉

Unser Familienbett besteht ganz klassisch aus 2 Matratzen und einem etwas dickeren Topper darüber.

Wir haben unser Familienbett vor einiger Zeit bei Amazon gekauft. Zunächst waren wir skeptisch, weil wir weder das Bett noch die Matratzen vor dem Kauf anschauen konnten. Aber wir sind tatsächlich rundum zufrieden mit dem Kauf und genießen es jede Nacht aufs Neue.

Was zieht man Babys im Familienbett an?

Unsere Empfehlung ist, dass Kinder im Familienbett einen Schlafanzug und einen dünnen Schlafsack tragen. Jeder im Familienbett strahlt Wärme ab, sodass es nie so richtig kalt wird.

Wenn du mit mindestens 3 Personen in einem Raum schläfst, empfiehlt es sich zudem das Fenster gekippt zu lassen, damit immer ausreichend frische Luft in den Raum kommt.

Wann ziehen Kinder aus dem Familienbett aus?

Wie man den Kids das Familienbett wieder abgewöhnen kann, das ist eine gute Frage. Aktuell können wir es uns jedoch absolut nicht vorstellen, dass wir unser Bett komplett für uns alleine haben. Dann würde uns definitiv etwas fehlen.

Unsere Vermutung ist jedoch, dass unsere Kids eines Tages in ihren eigenen Betten durchschlafen werden, sodass wir sie gar nicht mehr zu uns rüberholen werden. Es wird also kein spezielles Training geben, sondern eine schleichender Prozess. Und irgendwann werden die beiden dann allein in ihren Betten schlafen.

Mit welchem Alter das sein wird, das steht noch in den Sternen. Und das ist auch ganz gut so.

Foto: evgenyatamanenko / iStockphoto

Geschrieben von Bastian und Regina

Wir sind Eltern von drei Kindern und schreiben seit 2018 auf Oh Happy Kids über unseren Familienalltag aus Norddeutschland — eigene Erfahrung kennzeichnen wir im Text, alles andere ist sorgfältig recherchiert.