Erdbeeren selbst zu pflücken ist einer der wenigen Ausflüge, bei denen Kinder am Ende etwas essen, das sie sonst vielleicht liegen lassen würden. Hier stehen die Felder in Norderstedt und Quickborn mit Adresse, dazu wann die Saison läuft und worauf du mit kleinen Kindern achten solltest.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Saison: etwa Mitte Mai bis Anfang Juli, Schwerpunkt Juni.
- Erdbeeren wachsen am Boden – das heißt hocken und bücken. Mit Kindern lieber kürzer planen.
- Reif erkennst du an der durchgehend roten Farbe bis zum Stiel. Erdbeeren reifen nach dem Pflücken nicht nach.
- Mindestmenge von meist einem Kilo pro Person einplanen, weil Naschen mitgerechnet wird.
- Früh am Tag kommen: bessere Beeren, kühler, weniger Betrieb.
Die Felder im Überblick
| Betrieb | Adresse | Besonderheit |
|---|---|---|
| Erdbeerhof Kaack (unsere Empfehlung) | Krehlohweg, 25451 Quickborn | Meist ausschließlich Erdbeeren, unkompliziert und gut organisiert |
| Glantz Erdbeerfeld | Segeberger Chaussee 270–296, 22851 Norderstedt | Hier gibt es neben Erdbeeren auch weitere Beeren |
| Glantz Erdbeeren | Poppenbüttler Straße 87–113, 22851 Norderstedt | Gut erreichbar aus Hamburg-Nord |
| Glantz Erdbeeren & Himbeeren | Hummelsbütteler Steindamm 128, 22851 Norderstedt | Erdbeeren und Himbeeren am selben Standort |
| Hof Tannenland | Kampmoorweg 5, 25451 Quickborn | Kleiner, oft ruhiger |
| Gut Wulksfelde | Wulksfelder Damm 15, 22889 Tangstedt | Bio-Erdbeeren, dazu Hofladen |
Die Felder öffnen nicht alle gleichzeitig und nicht jedes Jahr identisch. Bevor ihr losfahrt, lohnt ein Blick auf die Website oder ein Anruf – gerade am Saisonanfang und -ende kann ein Feld schon abgeerntet sein.
Wann ist Saison?
Grob von Mitte Mai bis Anfang Juli, mit dem Höhepunkt im Juni. Der Start verschiebt sich je nach Frühjahr um ein bis zwei Wochen: Ein warmer April zieht ihn nach vorn, ein kalter Mai nach hinten.
Viele Betriebe bauen bewusst frühe, mittlere und späte Sorten an. Das heißt, ein Feld kann über mehrere Wochen interessant bleiben – und dass es sich lohnt, zweimal hinzufahren, statt einmal fünf Kilo zu pflücken.
Komm früh am Tag. Dafür gibt es drei Gründe: Die Beeren sind noch kühl und fester, das Feld ist noch nicht durchgepflückt, und mit Kindern ist die Vormittagssonne erträglicher als die Mittagshitze.
Mit Kindern aufs Erdbeerfeld
Die Felder sind in Reihen angelegt und zwischen den Pflanzen mit Stroh ausgelegt. Man läuft also nicht durch die nackte Erde – aber die weißen Sneaker bleiben trotzdem besser zuhause.
Mit Baby. Geht, wenn ihr zu zweit seid. Einer pflückt, einer kümmert sich. Mit dem Kind in der Trage zu pflücken funktioniert nicht, weil du dich dauernd nach unten beugen müsstest. Unser Sohn saß mit elf Monaten im Stroh zwischen den Reihen und hat sich selbst bedient – für ihn war es der beste Teil des Tages.
Ab dem Laufalter. Sobald Kinder sicher laufen, ist es unkompliziert. Entweder sie pflücken mit oder sie spielen in den Reihen. Beides ist in Ordnung.
Die ehrliche Einschränkung: Erdbeeren wachsen am Boden. Das bedeutet für Erwachsene wie für Kinder eine gebückte oder hockende Haltung, und das hält nicht jedes Kind lange durch. Plane eher eine halbe als eine ganze Stunde. Wer länger pflücken will, ist mit Beeren an Sträuchern besser bedient – deshalb sind wir im Juli meist beim Heidelbeerenpflücken in Willenscharen, wo die Beeren auf Kinderhöhe hängen.
Richtig pflücken – die Kurzfassung
- Reif ist durchgehend rot, bis zum Stielansatz. Weiße Schultern bedeuten: noch nicht so weit. Erdbeeren reifen nach dem Pflücken nicht nach, eine unreife bleibt unreif.
- Mit dem Stiel abknipsen, nicht die Frucht abziehen. Halte den Stiel zwischen Daumen und Zeigefinger und dreh ihn ab. Mit Stiel halten die Beeren deutlich länger.
- Nicht nur die erste Reihe leerräumen. Die vorderen Reihen sind immer durchgepflückt. Ein paar Reihen weiter zu laufen bringt in fünf Minuten mehr als zwanzig Minuten am Eingang.
- Unter die Blätter schauen. Die schönsten Beeren liegen fast immer verdeckt.
- Beschädigte und schimmlige Beeren liegen lassen. Eine faule Beere im Korb steckt die anderen an.
- Nicht auf die Pflanzen treten. Klingt selbstverständlich, ist mit Kindern aber ein Thema, das man einmal ansprechen sollte.
Preise und Mindestmengen
Selbstpflücken ist deutlich günstiger als gekaufte Erdbeeren, und der Grund ist simpel: Die Pflückarbeit ist der größte Kostenblock im Erdbeeranbau, und die übernimmst du.
Zur Größenordnung: 2024 lagen die Felder in der Region grob zwischen 5,90 und 7,00 Euro pro Kilo, Bio-Ware etwas darüber. Das ist eine Momentaufnahme und kein aktueller Preis – erkundige dich vorher oder schau am Feld, was gilt.
Mindestmengen sind verbreitet, meist ein Kilo pro Person. Eine Obergrenze haben wir in all den Jahren noch nie erlebt. Die Mindestmenge existiert wegen des Naschens: Wer eineinhalb Kilo isst und hundert Gramm bezahlt, bringt die Rechnung durcheinander.
Bargeld einstecken. Auf manchen Feldern gibt es inzwischen Kartenzahlung, verlassen würden wir uns darauf nicht.
Zuhause lagern und verarbeiten
Erdbeeren sind die empfindlichsten Beeren im Korb. Ein paar Regeln, die den Unterschied machen:
- Ungewaschen in den Kühlschrank, locker ausgebreitet statt in einer tiefen Schüssel. So halten sie ein bis zwei Tage.
- Erst kurz vor dem Essen waschen, und den Strunk danach entfernen. Wer zuerst den Strunk herauszieht, lässt Wasser in die Frucht laufen – sie wird wässrig und fad.
- Einfrieren funktioniert, macht die Beeren beim Auftauen aber weich. Für Smoothies und Kompott ist das egal, für den Kuchen nicht.
- Verarbeiten lohnt sich ab etwa zwei Kilo: Marmelade, Kompott, Erdbeeren im Kuchen. Das ist gute Gelegenheit, Kinder einzubinden – Beeren waschen, Strünke rausdrehen und Rühren können schon Dreijährige. Ideen dazu stehen in unserem Artikel zum Kochen mit Kindern.

Unser Fazit
Erdbeerenpflücken ist der unkomplizierteste Familienausflug im Juni: kurze Anfahrt, kostet wenig, und die Kinder essen anschließend Obst, ohne dass man diskutieren muss. Die einzige Einschränkung ist die Haltung am Boden – deshalb lieber eine halbe Stunde gut als eine ganze mit Gequengel.
Wenn ihr ohnehin in Norderstedt seid, lässt sich der Vormittag verlängern: Der Feuerwehr-Spielplatz am Feuerwehr-Museum liegt in der Nähe. Und für Kuchen auf dem Bauernhof haben wir das Hofcafé Landhaus Saggau in Ellerau beschrieben.
Häufige Fragen
Wann ist Erdbeer-Saison in Norderstedt und Quickborn?
Ungefähr von Mitte Mai bis Anfang Juli, mit dem Schwerpunkt im Juni. Der genaue Start hängt vom Frühjahr ab und verschiebt sich jedes Jahr um ein bis zwei Wochen. Viele Höfe bauen frühe, mittlere und späte Sorten an, dadurch zieht sich die Saison in die Länge – ein Feld kann also über mehrere Wochen lohnen.
Ab welchem Alter können Kinder Erdbeeren pflücken?
Ein festes Alter gibt es nicht. Unser Sohn saß mit elf Monaten im Stroh zwischen den Reihen und hat genüsslich in reife Erdbeeren gebissen. Aktiv mitpflücken klappt, sobald Kinder sicher laufen und hocken können – etwa ab zwei Jahren. Mit Baby brauchst du eine zweite erwachsene Person: In der Trage zu pflücken funktioniert nicht.
Was kostet ein Kilo selbst gepflückter Erdbeeren?
Der Kilopreis unterscheidet sich je nach Hof und Jahr. 2024 lagen die Felder in der Region grob zwischen 5,90 und 7,00 Euro pro Kilo, Bio-Ware etwas darüber. Betrachte das als Größenordnung – die aktuellen Preise stehen am Feld und auf den Websites der Betriebe. Günstiger als gekaufte Erdbeeren ist es fast immer, weil die Pflückkosten entfallen.
Darf man auf dem Feld naschen?
Ja, das ist auf Selbstpflückfeldern üblich und ausdrücklich eingeplant. Genau deshalb gibt es häufig eine Mindestmenge von etwa einem Kilo pro Person – sonst würden viele nur zum Essen kommen. Halte dich daran, dann ist es für alle in Ordnung.
Woran erkenne ich eine reife Erdbeere?
An der durchgehend satten roten Farbe bis zum Stielansatz. Eine reife Erdbeere gibt auf leichten Druck etwas nach, ohne matschig zu sein, und duftet deutlich. Weiße oder grünliche Schultern heißen: noch nicht reif – und im Gegensatz zu vielen anderen Früchten reifen Erdbeeren nach dem Pflücken nicht mehr nach.
Wie halte ich die Erdbeeren zuhause frisch?
Ungewaschen, locker ausgebreitet und im Kühlschrank – dann halten sie ein bis zwei Tage. Erdbeeren sind empfindlich, in einer tiefen Schüssel zerdrücken sich die unteren. Erst kurz vor dem Essen waschen und den Strunk danach entfernen, sonst zieht Wasser in die Frucht.



