Nur 3 Tage: Liebevolles Abstillen nach dem 1. Lebensjahr – Unsere Tipps!

Liebevolles Abstillen nach dem 1. Lebensjahr

Das Abstillen funktioniert nicht immer nach dem gleichen Schema. Bei manchen ist es ein kurzer Prozess, während der Zeitraum bei anderen länger dauert. Manche Babys stillen sich sogar komplett allein ab.

Unsere beiden Söhne haben zunächst selbst die Stilleinheiten tagsüber soweit reduziert, bis sie nur noch nachts an der Brust getrunken haben. Allerdings war es am Ende keine entspannte Stillmahlzeit, sondern eher ein Dauernuckeln, welches immer häufiger eingefordert wurde. 

Unseren ersten Sohn habe ich 12 Monate gestillt und unseren zweiten Sohn fast 14 Monate, ehe wir jeweils das Abstillen auch in der Nacht durchziehen wollten. 

Für uns war dabei wichtig, dass wir während des nächtlichen Abstillens nur Wasser als Alternative anbieten. Ganz bewusst wollten wir nicht noch auf Premilch umsteigen, die unter Umständen wiederum zu einem Gewöhnungseffekt geführt und somit die Baustelle vermutlich nur verlagert hätte. 

Wie kann ich mein Baby abstillen? 

Es gibt unterschiedliche Methoden ein Baby abzustillen. Einige Eltern lassen in diesem Fall den Papa die „Nachtschicht“ übernehmen, andere quartieren das Kind direkt aus zur Oma. Für uns war das beides keine Option, bzw. für mich als Mutter. Denn in unserem Fall habe ich mich dazu entschlossen, die Stillbeziehung zu meinem Sohn zu beenden und so wollte auch ich für ihn da sein, wenn er traurig und wütend darüber ist. 

Die große Frage nach dem WIE ist mit einer leichten Antwort verbunden: Ich habe entschieden ihn von jetzt auf gleich einfach nicht mehr zu stillen. 

Nicht mehr zum Einschlafen, (unser zweiter Sohn ist sowieso schon immer ohne Stillen eingeschlafen). Nicht mehr als er das erste mal wach wurde oder auch zu keinem anderen Zeitpunkt sonst in der Nacht. Natürlich war er traurig darüber. Natürlich hat er auch geweint.

Ich war aber jederzeit für ihn da. Ich habe ihn getröstet und herumgetragen. Ihm Wasser und seinen Schnuller angeboten. Und wir haben gemeinsam seine Trauer und seinen Protest ausgehalten. Gegen frühen Morgen hatte er sich mit der Situation arrangiert und nicht mehr ganz so stark protestiert. Die erste Nacht ist bei beiden Söhnen wahrlich nicht leicht gewesen und ich kann dir ehrlich sagen, am liebsten hätte ich so manches mal mit ihm geweint. Aber es hat sich gelohnt das ganze auszuhalten. Für mich, für ihn, für uns! 

Die zweite Nacht war schon deutlich entspannter. Beide Kinder haben der Brust ab der zweiten Nacht nicht mehr nachgetrauert. Wurden aber trotzdem nachts noch wach – wie wäre es denn mal mit Durchschlafen?

Als ich Wasser angeboten habe, haben sie es angenommen und einen großen Schluck getrunken. Dann sind sie kurze Zeit später wieder auf meinem Arm eingeschlafen und ich konnte sie ablegen. In dieser Nacht hatte auch ich wieder erholsamen Schlaf über einige Stunden am Stück. Das tat wirklich gut! 

In der dritten Nacht war das Stillen tatsächlich gar kein Thema mehr. Sie haben keine Anstalten gemacht, dass sie gern gestillt werden wollten. Wenn sie wach wurden, konnte ich, oder auch mein Mann sie kurze Zeit später wieder in den Schlaf wiegen. 

Mit dieser Methode hat das erfolgreiche Abstillen in beiden Fällen bei uns nur 3 Tage gedauert hat. Die erste Nacht war hart, aber ab der zweiten Nacht wurde es spürbar entspannter!

Wohin mit der Milch?

Abstillen und das Kind von der Muttermilch zu entwöhnen, ist der eine Prozess. Die Reduzierung der Muttermilch ein ganz anderes Thema. Und ja, ich kann sagen, es tut auch etwas weh! 

Meine Brust war die ersten drei bis vier Tage nach dem Abstillen immer extrem voll, schwer und schmerzte bei jeder kleinen Berührung. Ich habe mir bereits in der ersten Nacht des Abstillens einen festen Sport-BH angezogen und meine Brust mit Heilwolle umhüllt. Am nächsten Morgen unter der warmen Dusche ein wenig die Brust ausgestrichen und so kleine Milchstaus entfernt. 

Als die Brust so richtig, richtig weh tat, habe ich auch etwas abgepumpt, um die Schmerzen zu lindern. Aber nur ca. 30-40 ml, damit die Produktion nicht wieder von vorne beginnt.

Ab dem 5 Tag habe ich dann gemerkt, dass meine Brust nicht mehr so schmerzempfindlich war und die Milchproduktion nun wirklich ausblieb. Nach ca. einer Woche tropfte besonders nachts, eine wasserartige Flüssigkeit uns meiner Brust. Sie leerte sich und meine Brust entspannte sich nun von Tag zu Tag mehr. 

Als Hausmittel für die Milchreduzierung habe ich Salbei- und Pfefferminztee verwendet.

Ich würde sagen, Willensstärke ist einer der entscheidenden Schlüssel zum Erfolg. Trotzdem musst du jederzeit für dein Kind da sein und es beim Abstillen begleiten. Denke immer dran, dass es deine Idee ist und nicht die deines Kindes.

Wir sind deine Erfahrungen beim Abstillen? Was hat bei dir gut funktioniert und was gar nicht?

Wir freuen uns auf deine Erfahrungen in den Kommentaren.

Foto: lolostock/iStockfoto.com

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